Aufsatz 
Die Schlupfwespen Campoplex argentatus Gravenhorst und Diospilus oleraceus Haliday sowie deren Wohnungsthiere in ihrer Entwicklungsgeschichte / von H. F. Kessler
Entstehung
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I. Campoplex argentatus Grv. und sein Wohnungsthier Nematus ventricosus Klug.

(Ersterer gehört in die Familie der Schlupfwespen, letzterer in die der Blattwespen.)

Das Weibchen von Nem. ventr. legt seine Eier an die Unterseite der Blätter von Stachel- und Johannisbeersträuchern auf die Hauptrippen in der Art, dass sie in Zeilen vor einander liegen. Jedes derselben ist ellipsoidisch, lang, ¼ dick, milchweiss und glänzend. Am fünften oder sechsten Tage verlässt die junge Larve die Eihaut. Sie ist alsdann am ganzen Körper weiss und glänzend(nur sind die Augen schwarz, die Kiefer roth), 1 ¼ lang und dick, der Kopf derselben dagegen noch einmal so dick. Die Farbe des jungen Thieres ündert sich jedoch so rasch, dass es noch vor den ersten 24 Stunden von oben gesehen fast ganz grün aussieht, nur sind die Seiten- ränder mit den Brustbeinen, sowie das erste, bezw. die beiden ersten Körpersegmente und das vorletzte noch glashell. Während des zweiten Tages gehen Kopf und Brust- beine in's Schwarze über, auch tritt jetzt die dem Thiere eigenthümliche Punktzeich- nung auf dem Rücken und an den Seiten hervor, sowie gleichzeitig die grüne Farbe sich immer mehr über den ganzen Körper verbreitet, die genannten Ringe aber heller bleiben. Am vierten Tage sind dieselben indess schon grüngelb, werden von da an immer intensiver gelb, bis sie endlich rein dottergelb aussehen, welche Farbe sie dann beibehalten. Nach 8 Tagen hat die Larve(Fig. 1) ¾ ihrer Grösse erreicht und ändert dann in ihrem äussern Erscheinen ausser der Grösse nichts mehr. Ist sie ausgewachsen, so beträgt ihre Länge durchschnittlich 8 bei nicht wenigen mass ich 9,10, ja sogar 11%, andere dagegen(männliche) sind nur 67 lang. Sie besteht aus 12 Segmenten, wovon die der Brust kürzer sind als die des Hinterleibes; dagegen ist Fig. 1. das Endglied wieder noch einmal so lang als jedes der anderen.

Der deutlich von den 12 Segmenten abgesetzte Kopf ist jetzt nicht mehr so dick als diese, wührend er bei der jungen Larve viel dicker war; derselbe ist mit einer schwar- zen, glänzenden, borstenhaarigen Hornhaut bedeckt. Auf der Vorderseite desselben befindet sich eine fast hufeisenförmige, dünnhäutigere, hellere Vertiefung, welche das Kopfschild umschliesst und mit ihren beiden Schenkeln in convergirender Richtung nach den Fresswerkzeugen hin bis zu einer zweiten Quervertiefung lüuft, welche etwas breiter ist und das Kopfschild von der Oberlippe trennt. Beide Vertiefungen bilden einen von den Seiten her zusammengedrückten Halbkreis. An jedem Backen steht ein

einfaches, schwarzes, über die Haut hervorragendes Auge, unter jedem derselben in 1*