Aufsatz 
Burleigh, Shrewsbury und Leicester in Schillers Maria Stuart
Entstehung
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bei einem so feierlichen Falle sich durch Rücksicht auf das, was die fremden Mächte tun oder nicht tun werden, irgend bestimmen lassen sollte. Da ich aber so oft sagen höre, daß wir bei diesem Urteile als politische Gewalt handeln, so er lauben sie mir, daß ich auch einen Augenblick als Politiker SPrechen darf ꝛc., worauf er die Gefahren der Lage und die Hintergedanken der Bergpartei aufdeckt(in derselben Rede).

Leicester fährt fort(V. 371): Wozu sie also töten? sie ist tot!

Der Girondist Manuel, um nur wenige von vielen ähn lichen AusSPrüchen anzuführen, erklärte bei der Abstimmung am 16./17. Januar:Ludwig ist ein Tyrann; aber dieser Tyrann liegt zu Boden. Er ist zu leicht zu töten, als daß ich den streich gegen ihn führen möchte; Charles Vilette nennt den Königein für Nichts zu rechnendes, verhaßtes, verachtetes Wesen und Lanjuinais ist der Ansicht:Nun hat aber das Volk das Recht nicht einen überwundenen Gefangenen zu er morden.

Lord Leicester setzt hinzu:

Verachtung ist der wahre Tod. Verhüte,

Daß nicht das Mitleid sie ins Leben rufe!

Rabaut d' Etienne beginnt seine Abstimmung:Ich bin überzeugt, daß der tote Ludwig für die Freiheit gefährlicher sein würde als der lebendige und eingeSPerrte Ludwig; daß nichts die Abschaffung der Königswürde mehr sichern kann als den Tarquin, der König war, in seinem Nichts fortleben zu lassen; daß das BeiSPiel eines durch Volksgerechtigkeit aufgeopferten Königs minder schreckend für die Könige und minder belehrend für die Völker ist als das eines Tyrannen, dessen immer lebende schmach eine ewige Warnung ist; daß die Asche vom scheiterhaufen der Könige deren immer wieder neue erzeugt wie die Asche der Märtyrer, daß die Nation, die sich an ihrem zu Boden gestoßenen Tyrannen nur durch Verachtung rächt, sich die Hochachtung der fremden Nationen erwerben muß.