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stücke wieder zum Durchbruch; nur geht sie nicht mehr in der Individualität eines Helden auf, sondern in der treibenden Idee.
Den Gegensatz, ja das Ringen zwischen Kunstprinzip und persönlicher Neigung zu leugnen kann ja niemand einfallen, wenn auch meines Erachtens in„subjektivität“ und„Ob— jektivität“ und ähnlichen Worten allzuviel und ohne ent— SPrechenden Gewinn gekramt worden ist; aber ich glaube für Maria stuart einen bisher nicht beachteten Umstand nach— weisen zu können, der dem Dichter, vielleicht unbewußt, jenes „innerliche Miterleben“ ermöglicht hatte und für die Gestal— tung einzelner Charaktere, somit auch für die Führung der Handlung von Bedeutung geworden ist. Es ist eine zufällig gemachte Beobachtung, die mich zu dieser Ansicht geführt hat; Neigung zu nörgelnder, selbstgefälliger Kritik liegt mir ferne; dazu trage ich für schiller, den willensstarken, edlen Menschen wie den SPrachgewaltigen, gestaltungsmächtigen Künstler in viel zu hohem Maße„kindliche schauer treu in der Brust“. Ich entSPreche dem Wunsche mir maßgebender Männer, indem ich meine auf der Versammlung Pfälzischer Gymnasiallehrer 1905 zu Kaiserslautern mündlich in kürzerem Auszug vor⸗ getragenen Ansichten dem Urteil einer weiteren Offentlichkeit unterbreite, und hoffe, wenn sie Billigung finden, einen Bei⸗ trag zum Verständnis von schillers Art zu dichten geliefert zu haben.
Man weiß schon aus schillers eigenen Außerungen, welch tiefen Eindruck die französische Revolution und insbesondere deren erschütterndster Abschnitt und Wendepunkt, die Königs— tragödie von 1792 auf 1793, auf des Dichters Fühlen und Denken gemacht hat. Otto schanzenbach in seinem Programm: „Französische Einflüsse bei schiller“(stuttgart 1885) sagt (s. 30):„Es wäre mehr denn auffallend, wenn ein so reicher Geist, der an der früheren Literatur und Geschichte des Nachbar— landes einen so regen Anteil genommen und so viel aus diesen Gebieten geschöpft, nicht auch persönlich für dessen Zeitgeschichte


