Aufsatz 
Die Ortsnamen des Kreises Hanau / von W. Kellner
Entstehung
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canalis, althochd. gisic, gisig, palus unſer Sicke, Ge⸗ ſickere, angelſ. sic lacuna, fossa iſt. Man vergleiche noch Förſtem, a. a. O. S. 115. Unſer deutſches Wort ſiech, franz. sec iſt offenbar auch hierherzuziehen; aber wohl erſt ein von dem hier maßgebenden Begriffe abgeleiteter.

Zu den an Bächen angelegten und nach ihnen benannten Markgenoſſenſchaften gehört nun auch die von Köbel

Thalentwickelung zu thun, welche die z. Theil ſchon behan⸗ delten Orte Marköbel, Rüdigheim, Ober⸗ und Nieder⸗ Iſſigheim und Bruchköbel umfaßt. Unterhalb des letzteren Ortes durch einen Wald, den Köbler Wald, von den Köbels getrennt, folgt das Bruch bis Hanau auf der einen Seite der Niederung und das Thal der Buchen, das Bücherthal auf der andern(Weſt) Seite dem Bergzuge entlang. Die Braubach, welche über Wilhelmsbad fließend zwiſchen Dörnigheim und Hochſtadt in den Main geht, enthält auch einen Theil des Waſſers der Köbel oder Krebsbach. Im Jahr 1057(vgl. die oben S. 12 angezogene Urkunde) noch iſt lediglich die Rede von einem Kebele, das da lag in der Grafſchaft Malstad des Grafen Berthold von Nuringen. Andere ältere Schreibungen ſind Dommerich a. a. O. S. 82 Cavilla. Kebilo, Chevela. Marköbel findet ſich erſt 1298 Guden. c. d. V 782 während 1294 noch von dem bloſen Kebilo die Rede iſt. Guden. 762 Nos Philippus et Wernerus(v. Falkenstein) bona nostra villa que dicitur Niedernhausen, que Richwinus miles de Carben a nobis hactenus jure feodali possedit, ad instantiam ejusdem R. contulimus Cenobio Sanctimoni- alium in Fonte S. Marie(Marienborn) Adicimus eciam in remedium animarum nostrarum, quod eadem bona tam ab omnibus plebiscitis sive generalibus

in

große Ströme hätten an ihren Ufern zu viele Ortſchaften

können.

gehabt, die auf den gleichen Namen Anſpruch hätten erheben Für unſere alte Niederlaſſung zur Kebele iſt nun

noch ein beſonderes Erklärungsmoment, daß neben dem

Bornheimer Gericht und zwiſchen dieſem und dem andern alten Freigericht Kaichen das Märkergerſcht Köbel eine

Ausdehnung über die beiden Dorfelden, Hochſtadt, die Mar⸗ und Bruchköbel. Wir haben es da mit einer

Buchen, Kilianſtedten, Windecken, Roßdorf, Oſtheim, Eichen, die beiden Iſſigheims u. Köbels hatte, nur daß es ſchon

ſehr früh vom Vogteigericht des Wildbannes von Geln⸗

seu specialibus in Kebele, quam ab aliis serviciis

nobis faciendis immunia sint etc. es hier mit einer alten Anſiedelung zu thun, die ſich auf der Kebela vom jetzigen Marköbel bis zum heutigen Bruch⸗ köbel entwickelte und nach dem Waſſer genannt wurde. Es iſt hier eben das anzuwenden, was oben zu den Bachs ſchon angedeutet ward, und auch Förſtemann D. O. S. 199 zur dativiſchen Ellipſe entwickelt, wie zu Zorge z. B. = ein Dorf an der Zorge, zur Zorge, Kaiſerslautern, an der Lauter, zur Lautern. In der Regel, ſagt F, ſind es natürlich kleine Flüſſe, die ihren Namen den daran liegen⸗ den Orten verliehen(daher viele Dörfer auf bach),

Alſo haben wir

hauſen verdrängt wurde, während die Maſſtatt des freien Mannengerichtes Kaichen noch heute nahe dem Dorfe Kaichen an der nach Heldenbergen führenden Straße, in einem mit ſteinernen Sitzen umgebenen ſteinernen Tiſch unter einer Linde ein Denkmal behalten hat. Eine ſolche alte Gerichts⸗ bezirkung bezeichnet den Raum, den eine Markgenoſſenſchaft urſprünglich einnahm und auf dem ſich dann neue Orts⸗ anlagen zwiſchen die erſten hinein ſchoben.

Fragt man nun, was Kebele zu bedeuten hat, ſo hat man einen dem Deutſchen, Lateiniſchen und Griechiſchen noch jetzt gemeinſamen Wortſtamm, der dem Namen zu Grunde liegt: er iſt griechiſch 07108 20770s oder mit äol. Digamma 20/40s8, lateiniſch caulis Stengel, caulae die Höhlung(von cavillae zuſammengezogen), deutſch Kuhle, Kulle, Külle, Kaule, Hohle zu Kube, Kufe, Kübel, Köbel. An dieſe Namenform iſt wohl auch zu denken bei den Namen Chube für Caub am Rhein Ort in der Hohle, Edenkoben in der Rheinpfalz; Cobolo Ort im Rheinthal oberhalb des Bodenſees. Förſtem. A. N. II S. 375 376 Mr. a. 890. Wir haben es bei unſerem Köbel zunächſt nur mit einem Gewäſſer zu thun, alſo einem Hohlebach, zu deſſen Namen der andere Namen Krebsbach nur zu wohl paßt, weil der Krebs gern unter den hohlen Ufern der Bäche ſich aufhält. Die Namen Mar⸗ und Bruchköbel ſind wohl dahin zu erklären, daß das am Bruche liegende von dem obern Köbel durch die ſpäter entſtandene dazwiſchen tretenden Anſiedlungen Rüdigheim, Iſſigheim räumlich getrennt, Bruchköbel das obere Marköbel genannt wurde. Woher der Zuſatz Mark oder Mar nun ſtammt, iſt ſchon weniger klar. 1368 erhält der Ort Marktrecht, das könnte auf die Erklärung Markt⸗ köbel führen, wie ſie auch bereits verſucht worden iſt; allein es hieß ſchon 1298 Markebele; dann ließe ſich vielleicht

eine Anſpielung auf das alte Märkergericht in dem Zuſatz 3*

Cauus,