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Der Name Langen⸗Diebach erklärt ſich, wie der von Langenſelbold, aus der ſpäter eingetretenen Nöthigung, die urſprünglich nach einem Namen„auf dem Diebache“ be⸗ zeichneten Orte durch beſondere Zuſätze von einander zu unterſcheiden. Langen⸗Diebach, der größte in einer weiten Fläche gelegene Ort auf dem Tiefbache iſt früher mit Mauern und Gräben umgeben geweſen und war bis 1462 ein eigenes kurmainziſches Untergericht mit Rückingen, Ravolzhauſen, Rüdigheim und Ronneburg; ſeit 1462 wurde es Iſenburgiſch⸗Büdingiſch. In der Erbtheilung von 1628, welche Graf Wolfgang Ernſt von Oberiſenburg(Birſtein) unter ſeine 4 Söhne eintreten ließ, wird in der Grafſchaft Büdingen, dem 2. Erbtheil Aulendiebach, einfach Dlebach (wohl Diebach am Haag), Langendiebach, noch einmal Diebach zwiſchen Hainbach und Wiedermus) und der Bruder⸗ Diebacher Hof aufgeführt. 1628 war alſo bereits die Scheidung eingetreten, die man 1288 nicht beobachtet. Was ‚das aufgeführte Aulendiebach betrifft, ſo liegt es
V
Korotzenburg
Stunde auseinander*). Nach Brower(Arnd Geſch. d. Prov. Hanau S. 240) ſoll Niederrodenbach ſchon in einer Urkunde von 1035 erwähnt ſein, und Arnd nimmt an, daß dieſer Ort 1277 von Graf Reinhard von Hanau bei einem mit S. Maria ad Gradus zu Mainz abgeſchloſſenen Ertauſche mit dem zum Mainziſchen Wildbann gehörigen Forſte jenſeit der Kinzig, der Bulau, auch Niederrodenbach gewonnen habe, das bis in unſere Zeit mit der Altſtadt Hanau gleiche Berechtigung im Staatswald der Bulau genoß. Ober⸗Rodenbach iſt mit Groß⸗Auheim und Groß⸗ länger Mainziſch geblieben. Bei der alten Schreibung Rotenbach handelt es ſich, wie auch Förſtem. A. N. II S. 115 annimmt, um einen rothen(wohl roth⸗ fließenden) Bach. Noch mag beiläufig bemerkt werden, daß wie hier ein Rodenbach zu Main⸗Kinzig, ſo auch ein
Röthenbach zur Schwarzwald⸗Kinzig zufließt, was die
Aehnlichkeiten der beiden Bachgebiete vermehrt.
indeß keineswegs am Diebach, ſondern an einem Seitenbache
des Seemen B., der vielleicht den Namen des Aulen⸗ Diebach getragen hat. Fur Aula ogl. man den Zufluß der Fulda bei Hersfeld, die Aula und die Ableitung Förſte⸗ mann's von Ovilaha, vielleicht Schafbach, wie der Dievach noch jetzt auf der Strecke zwiſchen Bruderdiebacher Hof
der Name Hirzbach Förſtem. D. O.
und Ravolzhauſen heißt. Weiter unten„im Bruch“ vor
Hanau heißt er„die Fallbach“. Der Namen Bruder⸗Diebacher Hof findet ſeine
einfachſte Erklärung darin, daß es wohl der Hof auf dem
Diebach iſt, welcher einem der Klöſter, vielleicht Selbold, am längſten angehört hat.
Dem Tiefbache zur Seite ſteht ein Rodenbach, ebenſo verſchiedentlich geſchrieben in verſchiedenen Gegenden vorkommend. Bei Dr. tr. F. c. 6, n. 163 heißt es:
oben die
Rucger tr. B. bona sua in Sunnebrunnen et in Ro-
tenbach.
de Dipach; in einer Urk. v. 1315 erſcheint Hermann Voys von Dipach. Dronke cp. 6, n. 65 iſt auch ein Tifen- bach aufgeführt, hinter dem ſofort Bucheseichehe(Buſeck) Leihgestere(Leizgestre) Gunnere marca folgt, ſo daß man ſieht, es handelt ſich um Diefenbach im Vogelsberge. Förſtemann D. O. S. 109 ſetzt vergleichend zu Diepbach Diepgat, Hollandsdiep etc. Vgl. noch die Schreibung Ditpach 1232 für Diepach(ſo 1240) am Haag.
Somborn und Ober ⸗Rodenbach liegen eine
Einfach wie Diebach und Rodenbach erklärt ſich auch S. 144 für Hirſchbach ahd. hiruz= der Hirſch, wir haben in der Nähe noch den Ort Hirzenhain und den Ausdruck aus Volksmund Hirzbock füur Hirſchbock. Nach Arnd a. a. O. gehört die Kapelle bei den Hirzbacher Höfen(dieſelbe ſind wegen ihrer einſamen Lage nicht zu einem modernen Dorfe ausgewachſen) zu den älteſten mittelalterlichen Gebäuden der Provinz.
Seckbach, in alter Zeit ſchon ſo geſchrieben(vgl. Urkunde S. 6) wie heute. Der Ort ſiegt an einem Bache, der in einer feuchten ſumpfigen Main⸗Wieſen⸗ niederung verläuft, verſickert, was paßt zu Förſtem. D. O. S. 68, wonach sick feuchte Niederung, altnord. sik lacus.
*) Dr. cp. 42, n. 123(in dem Kapitel werden Vermächtniſſe aus der Wetterau angeführt) vermachen Biriceho et Molino ihre Güter in Rotenbeche; das iſt Rodenbach zwiſchen Alten⸗ ſtadt und Staden in der Wetterau, nicht unſeres; in der n. 124 a. a. Stelle wird auch ſofort altensteten genannt. Ein Rutibach in Thüringen wird Wenck a. a. O. II Urk. S. 16 unter den Gütern des Kloſters Hersfeld genannt. Ein Roden⸗ bach iſt Gud. c. d. III, 234 bei Dommerich a. a. S. 117 auch einmal ſo, Rodenbach, geſchrieben und es ſteht da zuſammen mit Wonenbach, Nuendorf, Affoldirbach, Berg- heim etc., zu ſuchen zwiſch. Aſchaffenburg u. Würzburg.


