Aufsatz 
Die Ortsnamen des Kreises Hanau / von W. Kellner
Entstehung
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Hof an der Nidda etwas unterhalb Dortelweil zwiſchen dieſem und Vilbel(Velweiler alt). Beſſer belegt mit alten Schreibungen iſt der Name Dorfelden, der ſchon zw. 778 u. 817 in Doroſelden als eine villa mit Bruninges-

heim. ferner bei Eberh. Mon. III ad 107 Torfelden, Torofelden, trad. Laur. n/ 3703 Dorovelden aufgeführt wird. Der Ort hat früher eine Burg, einen Thurm gehabt und ſpäter hielt ſich der Kurfürſt von Sachſen bei einer oberhalb Gronau, der grünen Au, gelegen, erinnert das Dorf mit

Kaiſerwahl hier auf der Burg auf. Gerade ſeiner Lage u. Namen an den Gegenſatz zwiſchen Grüneau und einem Dorefelde, oder dürren Felde, an deſſen Saume die Burg lag und in welchem ſie, wie man noch heute ſieht, ihre Rodungen angelegt hat. Daß zu der Burg ein Fron⸗ dorf gehört hat, paßt zu der Rodung im Dorfelde.

Von den hauſen gilt, was(S. 4) von den meiſt auf Perſonen⸗Namen zurückgehenden Zuſammenſetzungen der Art geſagt worden iſt, unbedingt von den Namen der aus⸗ gegangenen Orte Weldrich's⸗ und Wicram'sheuſen, Häuſer eines Wicram und Welderich, und ebenſo iſt es mit dem noch beſtehenden Ravolzhauſen. Ein Rabenuldus ging Graf Dietmar v. Geilnhuſen 1108 bei Gründung des Kloſters zu Selbold zur Hand. Hierzu paßt die Schreibung Reinvolzhauſen(1266)(Dommerich a. a. O. S. 88).

Bei Wenck II U. S. 117 wird dagegen in einer Urkunde

v. 1191 das Haus eines Rapuldis aufgeführt, wozu man aber auch noch Repholthuſen Wipperm. Buckigau S. 20 vergleichen kann.

Den Ortsnamen auf hauſen ſtehen nahe die Namen Wiedermus und Hüttengeſäß. In einer Urkunde von 1173 erſcheint Wederams entſprechender Bildung wie Wicram(Wicramshauſen), Walram, Guntram u. ſ. w. und 1226 Witterams, wo es als Zubehör von Selbold aufgeführt wird. Es handelt ſich alſo bei Wiedermus um eine Namenverſchlechterung aus Wederam's. Hütten⸗ geſäß iſt alt 1151 geſchrieben Hittengesesse, 1219 Hittengeze, 1236 Hattengesess, 1228 Hittengeses. Der Zuſatz geſäß findet ſich auch in dem 1133 ſchon erwähnten Meidengeſeß, ferner in Eidengeſeß, Amts Gelnhauſen, Bös⸗ geſeß, Amts Birſtein, Neuſes u. Hittengeſeß, Amts Meer⸗ holz; es handelt ſich um den Sitz, die Niederlaſſung entweder eines Hitto, oder um einen mit dem Bergbau, der hier alt iſt, zuſammenhängenden Namen.

Damit gelangen wir zu den einfachſten Ortsverhält⸗

niſſen entſprungenen Ortsnamen, zunächſt zu den Bildungen auf bach. Bei dieſen iſt regelmäßig die an einem Bach angelegte Wohnſtätte zum Bache, auf der Baune(z. B. bei Kaſſel), auf der Wölpe(Wippermann, Buckigan S. 28 ff.) auf der Schwalm(Ritterſchaft...) u. ſ. w. urſprünglich ſo genannt geweſen, ſo auch Diebach. Aus dem Vogelsberge kommt, parallel der Gründau und Kinzig laufend, ein Bach, in deſſen Thalmulde und Fläche ver⸗ ſchiedene Diebach genannte Orte: Diebach am Haag, der Bruderdiebacher Hof, Langen⸗Diebach liegen, und auch ein ausgegangenes Catzen⸗Diebach(Landau Wettereiba) lag. In dem oben ſchon erwähnten 1238 von Papſt Gregor IX dem Kloſter Selbold ertheilten Beſtätigungs⸗ und Schutz⸗ briefe iſt neben Geilnhusen, Mitlau. Gonsrode, Hitten- geses, in Bennerwiesen auch Diepach genannt. In einer Urkunde vom 20. Septbr. 1288(Wenck a. a. O. II Urk. S. 225) willigen Walther und Berthold, Herren von Lißberg, in die Uebertragung der von ihnen lehnbaren Güter in Dieppach an das Kloſter Selbold: His literis notum facimus universis tam praesentibus quam b futuris, quod cum Hermannus miles de Selbold dilee-

tus fidelis noster bona olim empta a Wernhero dicto ad Nach dieſen ver⸗ ſchiedenen Schreibungen, die ſich auch bei in andern Gegen⸗ den liegenden Diebachs in derſelben Abwechslung wieder⸗ holen, iſt wohl unzweifelhaft die Ableitung von altnord. diup., altſ. angelſ. diup., ahd. tiuf, thiof= tief*).

Ganzen in Dieppach sita, quae jure feudali nostrum dominium pertinebant....

*) Dronke a. a. O. cp. 5, n. 68: Hadaburc trad. sco Bon. in Tiepbach juxta Hamelemburch omnem proprietatem suam cum mancipiis XXX. CEine Lesart dazu lautet thiofbach. Der Name desſelben Ortes wird Dr. c. 44 n. 27 geſchrieben Diepach. Im Naſſauiſchen liegt ebenwohl ein Diebach. Eine Urkunde(Wenck, I Urk. S. 79) von 1311 beſagt: Die Grafen Eberhard und Wilh. zu Katzenelenbogen errichten einen Burgfrieden zu Dornberg und ernennen zu einem der 4 Rathmänner(Raitmann) Johann Voyße von Dypbach, Ritter. In einer folgenden Urkunde von 1314, in der Graf Heinrich von Waldeck das CEhegeld ſeiner an Graf Wilh. von Katzenelenbogen verſprochenen Schweſter Adelheid verſichert, erſcheint unter den Eideshelfern(fideijussores) neben Eberhard de Broberg, Thidericus de Medrike, Ulricus de Escheberg, Job. de Brobike(militibus nostris), Joh. Marscaleus de Lorich und dem Grafen Truchſeß Arnoldus de Seyne, der Ritter Johannes Ulpes(ofſenbar für Vulpes) 3