Aufsatz 
Die Ortsnamen des Kreises Hanau / von W. Kellner
Entstehung
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Mark oder die Bezeichnung Mark für Grenze gegen das Gericht Kaichen hier vermuthen; oder es müßte das Köbel am Maar oder Moor ſein, indem es in einer bedeutenden Thalausbuchtung liegt, wie auch der Marbach bei Mar⸗ burg in Heſſen, ſeinen Namen von dem waſſerreichen Moordellen hat, aus denen ſeine Quellen kommen.

Der untere Theil des Köbelbaches iſt, wie geſagt, beſiedelt von Ortſchaften mit den Namen Buchen; es ſind das noch jetzt Mittelbuchen und Wachenbuchen und kommt hinzu ein ausgegangenes Lützel⸗ oder Klein⸗Buchen. Dieſe Dörfer liegen am Rande der Waſſerſcheide zwiſchen Nidder und Köbelthal nach letzterem hin, an einem Berge, der noch jetzt, wo er mit Wald beſtanden iſt, prächtigen Buchenwald zeigt. So erklärt ſich der Name zu den Buchen, wie auch Vilmar a. a. O. S. 263 will, wo er annimt, daß in Gilihha(regio campestris, planities) und Buocha die Datipflexion des Plural unorganiſch

übergegriffen und dieſe Wörter in Gleichen und Buchen Was die alte Schreibung

(Mittelbuchen) entſtellt habe. betrifft, ſo ſteht trad. Laur. n. 3763 Buocha oder Bucho, ein gewiſſer Dammo nennt ſich um 1127 bald de Buchen bald de Hagenowe, 1245 findet ſich wieder ein Mar-

quardus de Buchen; Dr. tr. F. cp. 42, n. 189*) S. 110

wird ein Guntram in Büche aufgeführt u. ſ. w. u. ſ. w. Wachenbuchen hat dieſen Namen mindeſtens ſeit 1243, Klein⸗ oder Lützelbuchen, 1266 u. 1271. das noch 1485 erwähnt wird, ſcheint in der heutigen Feld⸗ mark von Bruchköbel, da wo ſich der FlurnameOber⸗

lützelbuchen erhalten hat, gelegen zu haben; alſo nach oben entſprechend,

hin, ſo daß Mittelbuchen, ſeinem Namen zwiſchen Klein⸗ u. Wachenbuchen gelegen hätte. Der Name Wachenbuchen geht vielleicht auf einen Wacho zurück, der hier die Burg gründete, deren Wüſtung man noch vor Wachenbuchen bemerkt; ein Wacho vermacht z. B. Dr. tr. F. cp. 41 n. 77 Güter im Haſſegau(Thuring) cp.

*) n. 124 iſt ein Büochon(in der Wetterau) angeführt.

Buchen minor,

42, n. 154 iſt auch ein Wago in Wetereibe genannt, der ſich n. 194 wiederholt findet, nachdem n. 189 von Guntram de Bücho und etwas vorher von Schenkungen in Tezelnheim, Butenſtatt, Wiſſelsheim, Glauburg, alles Orte in der Nähe, die Rede geweſen iſt. 4 n

Es bleiben noch zu betrachten Eichen und Bergen. Zu erſterem ſcheint eine Schreibung Eichene von 1035 zu gehören, 1216 kommt als officiatus episcopi Mogun- tini ein Arnoldus ad quercum vor. Eichen liegt mitten im Walde an der Nidder zwiſchen Höchſt und Heldenbergen, öſtlich Erbſtatt. Bergen heißt ſchon 907 Perce, es liegt weithin ſichtbar an dem hohen rechten Rande des Mainthales, das in der Bornheimer Haide ſich bis an Frankfurts Thore erſtreckt. Bergens Feldflur liegt weithin auf der Hochfläche des genannten Thalrandes nach dem Nidderthale hin ausgeſtreckt. Es verdient ſeinen Namen in ganz ſchlagender Weiſe nach ſeiner Lage.

Damit ſchließt dieſe Unterſuchung, von der zunächſt zugeſtanden werden muß, daß ſie in Beibringung von urkundlichem Material vollſtändiger hätte ſein müſſen. Alllein es darf zur Deckung des Verfaſſers geſagt werden, daß der Platz, wo die Unterſuchung entſtanden, für Be⸗ ſchaffung weiterreichenden Materials ein ungünſtiger iſt, und jene Beſchaffung mit Opfern würde verbunden geweſen ſein, welche zu der materiellen Stellung des Forſchers in zu ungünſtigem Verhältnis würde geſtanden haben.

Außerdem ergibt ſich wohl aus den zuſammengetragenen Belegen und Thatſachen, daß der Urſprünglichkeit der Ortsnamen nach die ältere Anſiedlung unſerer Landſchaft in den Seitenthälern des Main mit deren fruchtbarerem Schlammboden und hoheren Lage, nicht am Main ſelbſt, der mehr unfruchtbare Sandflächen bietet, zu ſuchen iſt. Die Gemeinſchaften Köbel, Buchen, Bergen, Eichen, Diepach ſind älter als die heim's, hauſen's, rode's, geſäß, ſtatt's u. ſ. w. Von jenen aus gingen und zwiſchen ſie hinein ſchoben ſich die ſpäteren Beſiedelungen.

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