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iſt. Der Name„Kinzig“ kommt hier unbedingt ſofort mit
in Betracht, weil die im Volksmund gebräuchliche Benen⸗
nung des Waſſers einfach Kinz lautet, Kinzdorf alſo ſoviel wie Kinzigdorf iſt und auch Kinzheim darauf zurückzuführen mindeſtens nicht verboten iſt. gangene, ehemals bei Hanau in der heute noch ſo genannten
Feldflur gelegene Dorf mit der Mutterkirche der Altſtadt⸗ Hanauer⸗Kirche von der(früher weiter oben, wenigſtens
mit einem Hauptarme) in den Main mündenden Kinz oder Kinzig den Namen hat, geht unzweifelhaft daraus hervor, daß auch, wie oben ſchon berührt ward, an der Schwarz⸗
Chincihdorf z. J. 926; u. Cincihdorf 1070. Einen Per⸗ ſonen⸗Namen zu den verſchiedenen vorhandenen Kinzheims
Elſaß, das er übrigens einmal A. N. II S. 877 auf den Wortſtamm Kinzic, das andremal II S. 394 auf die Ableitung von Chuningesheim, Kunigesheim zurückführt, weiß Förſtemann auch nicht anzugeben, man müßte ſich denn entſchließen, auf eine der von Förſtem. zu obigen Stellen angeführten Schreibungen Kunensheim Würdtwein, S. A. nova subsidia ad sel jur. eccl. Germ. et hist. cap. elucidanda Heidelb. 1781—92. 8. VI. 238 a. 1066 und damit auf den Perſonen⸗Namen Cuno. Kuno zurück⸗ zugehen, wobei denn freilich eben daſelbſt V 353 wieder z. J. 994 Chunigesheim ſteht.
Kinzig⸗mark; allein einmal paßt das Chinecheru marca der örtlichen Lage von Seligenſtadt u. ſ. w. nach und
grammatiſch viel beſſer zu König drüben am Main im
Daß Kinzdorf, das ausge⸗
Odenwalde, und zum andern gab es eine Mark von Kinzig immer nur oben an der Kinzig bei dem heutigen Schlüchtern, weiter unten nur einen Kinziggau— und hier iſt doch nur von einer Mark im Maingau die Rede. Der Umſtand, daß Kensheim, jetzt Kinzighdimer Hof, gar nicht an der
Kinzig, ſondern an der Köbel oder Krebsbach lag und liegt,
Zuſammenhang mit dem Kinzdorfe zeigt. wald⸗Kinzig in Baden, bei Offenburg ein Kinsdorf liegt mit den alten Schreibungen Förſtem. A. N. II S. 878
wird wieder dadurch ausgeglichen, daß die Familie Kinzheim Kam ſie von letzterem her, ſo lag ihr nichts näher als ſich von Kinz- heim zu nennen. Die Möglichkeit einer Perſonen⸗Namen⸗ Zuſammenſetzung bleibt aber immer noch, wenn man den
Namen Geyno in's Auge faßt, welcher ſich Dronke tr. F. (oder ähnlich) z. B. Kintzheim weſtlich von Schlettſtadt im
cp. 42 n. 33: Geyno de Nitahegewe trad. sco. Bon.
juxta Rhenum in villa Castrina(Keſtrich in Mainz?)
agros vineas, prata, silvas, domos et familias findet. Es müßte aus Geynosheim Kensheim geworden ſein, was nicht zu den Ungereimtheiten gehört, wenn man die bunte
Orthographie der mittelalterl. Urkunden anſieht.
Bei der Annahme der Ab-
leitung aus Kuningesheim käme unſer Name Kinzheim
in die Reihe der Biſchofsheims, als Heim eines Königs.
den Namen Kinzig auf den Urſprung Kunigsach= Königswaſſer zurückzuführen, weil zufälliger Weiſe die beiden Kinzig, ſowohl die von der Rhön her in den Main wie die vom Schwarzwald her in den Rhein fließende, gewiſſer⸗ maßen nach dem Hinterland zu die Grenzbäche des Königs⸗ oder Pfalzgebietes ſind, welches 496 nach der Schlacht bei Zülpich König Chlodwig den Alemannen abnahm, ſo kommt doch niemals für unſere Kinzig die Schreibung Chunigsich oder Kuningsich vor. Einmal ſcheint ein Anklang daran einzutreten in einer Urkunde von 945 Wenck a. a. O. II Urk. S. 28, wonach Siegehard Güter im Maingau in der Chinecheru marca u. Babebingero marca an das Kloſter Setigenſtadt ſchenkt; Wenck ſelbſt bezieht dies auf die
Cincinbach
Indeſſen iſt damit auch nicht zu einem einigermaßen befriedigenden Ergebniſſe zu gelangen. Wenigſtens wollen wir verſuchen, den Namen Kinzig etwas näher auf die urſprüngliche Bedeutung zu verfolgen.
Der Name Kinzig kommt, auch nach Förſtem. Altd. N. II S. 877 vor a) für den Zufluß des Main mit der Mündung bei unſerem Hanau, b) für den Zufluß des
— 1 b ted t Kinzia ni Rhein mit der Quelle im Schwarzwalde(am Kniebis) und Dann würde der Name aber wie er mit einzig nichts zu der Mündung im Hanauer Ländchen bei Kehl, c) für einen thun haben. Denn obwohl es nicht zu weit abliegt, auch
Zufluß der Mümling im Odenwalde,*) u. d) als ein pago Logene Dr. tr. c. 6 n. 51. Förſtem, ſagt dazu, daß der Name ein noch ungedeuteter Stamm für Flußnamen ſei.
in
Was die alten Schreibungen zu dem Namen unſerer Kinzig betrifft, ſo verweiſt ſchon eine Urkunde von 796 (Schannat Trad. Fuld. 117) auf ein ſo genanntes Gewäſſer und den ſo genannten Ort. In der Grenzbeſchreibung des Kloſter Salchenmunster Salmünſter von 885 heißt das
*) Vgl. zu dem Ortsnamen hier Steiner, Geſch. u. Topographie des Maingebietes S. 246; Wagner, Wüſtungen in der Prov. Starkenburg, Karte, auf der zwiſchen Haſſenroth und Etzen⸗ geſäß Nieder⸗Kinzig und Mittel⸗Kinzig angegeben iſt.
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