zahlreich vorkommenden Bildungen Adelgis, Argis, Fride- gis, Herigis, Rutgis, Willigis u. ſ. w. Die Zuſammen⸗ ſetzung mit Rut oder Ruotgis haben wir in unſerer Nähe in Rohgisesfelt(zw. 927 u. 986 Dronke c. 42 n. 310 S. 14, jetzt Rigsfeld bei Herbſtein. Die Lesarten Berchgisesheim. und Berathgisesheim ſprechen für die Ableitung aus Berathgis.
Zu Rüdigheim iſt Förſtem. A. N. I S. 716 Hruodicho, Hruaducho, Rodicho Laur. 3389 Ruadicho tr. Wizenb. n. 53, Ruodic Dr. n. 709 od. Förſtem. a. a. O. S. 718 Rudinc, unſer Rüdig, Rüthig, Röthig, Rodeck beizuziehen. In einer Urkunde von 1216 Wenck a. a. O.
II Urk. S. 153 in einem Verzichtsbrief auf den Hof
Haseloch zeugt mit ein Henricus de Rudenkeim neben
einem Godefridus de Eppenstein, Embricho de Eber- bach u. ſ. w.; es dürfte wohl unſer Rüdigheim ſein. 1404 zerſtörte König Ruprecht dem Marktſchiffſchinder Johann von Rüdigkheim ſeine Burg, an deren Stelle hernach wieder nur ein Bauhof errichtet werden durfte. ſſiehe unter Rückingen). Ein anderes Rüdigheim nennt Würdtwein in ſeinem Decanatsregiſter des Mainzer Erz⸗ bisthumsſprengel von 1506, nämlich das Rudickeim bei Amöneburg.
Iſſigheim(Ober⸗ und Nieder⸗) iſt ein Name, der offenbar den Perſonen Namen Esico, den(Dronke tr. Fuld. c. 6, n. 152 u. 153) ein Graf trägt und wir in den Formen Aesico, Eticho, Ezicho u. ſ. w. wieder erkennen, enthält; man vergleiche Etzgerode wie Ezicherode u. Eſcherode von Asicerode. Dommerich a. a. O. S. 7 rechnet die beiden Iſſigheim's zu den Stammlanden der im 13. Jahrhundert aus dem Dunkel der Vorzeit hervor⸗ tretenden Grafen von Hanau, wovon es vielleicht herrührt, daß die hier benannten Höfe, jetzt Dörfer, als nicht in Handel u. Wandel kommend, auch in Urkunden weniger genannt werden, jedoch, wie Arnd, Geſch. d. Prov. Hanau S. 429 angibt 1167, 1258, 1280, 1304 u. 1443. Die Orte gehörten zum alten Mannengerichte Köbel, das jedoch früh vom Vogteigerichte des Wildbanns Gelnhauſen ver⸗ drängt wurde, während ſich das nächſte Mannengericht Kaichen länger erhalten hat, und deſſen Malſtatt, nahe am Dorfe Kaichen, an der nach Heldenbergen führenden Straße, heute noch in einem ſteinernen Tiſch mit ſteinernen Sitzen darum unter einer Linde ſichtbar, von Arnd angegeben wird. Jedenfalls iſt aber das Dronke tr. F. cp. 42 n.
43 genannte Ohsingeheim nicht, wie Förſtemann A. N. II S. 1104 will, auf unſer Iſſigheim, ſondern wie derſelbe Gelehrte A. N. I(Perſonen⸗Namen) bereits richtiger ange⸗ geben hatte, auf Oſſenheim bei Friedberg zu beziehen.
Zu Eſchersheim, zu welchem mir eben alte Ur⸗ kunden fehlen, ſind wohl Perſonen⸗Namen wie Ascarius. Dr. tr. c. 38 n. 278 in Ascegereslebe, Ascegereshuson (Eſchershauſen bei Holzminden, Hannover) Ascheringen bei Weilheim am Würmſee zu nennen.
Das eingegangene Tezelnbeim, geſchrieben 1262 in einer Urkunde(Lehnbrief, nach welchem die Dörfer Oſtheim und Detelnheim dem Bisthum Bamberg abgekauft wurden) Detelnheim, bei Eberh Mon. III 71, 94 Tezzelnheim., Decelnheim u. ſogar Ezzelsheim, iſt jenes Dorf an der Nidder, in deſſen Mitte Graf Reinhard II von Hanau bald nach dem vorhin erwähnten Ankaufe eine Burg Wonnekken(auch Wunecken, 1290 Winecke genannt), jetzt Windecken, baute. Dieſes Schloß, das bis 1451 eine regelmäßige Reſidenz der Grafen von Hanau war, von wo ſie nach dem Schloß Hanau überſiedelten, gab dann auch dem Dorfe den Namen und zwar bereits 1277(Baur, Urkunden des Kloſters Arnsburg N. 157), wo es wie oben erwähnt Wunnekken genannt wird, während es 1288 unter dem Namen oppidum Wunecke ſtädtiſche Rechte erhielt. Der Name Tezelnheim geht unzweifelhaft mit der Form Detelnheim zuſammengenommen auf einen Perſonen⸗ Namen Tadilo ann. Hildesh Pertz M. V, 101, Tadil Wag. tr. Corv. c. 288 od. Tetzelin Lacomblet a. 10¹19 n. 154 Tecelyn u. ſ. w., woraus wahrſcheinlich auch Tazzilo M. Boic a. 760 VII u. Tassilo, ann. Lauresh. Pertz I, 33 u. öfters hervorgegangen iſt.
Sehr klar iſt die Bedeutung des ſo häufig vorkommen⸗ den Namens Biſchofsheim(Hof eines Biſchofs), in Bezug auf das(in unſerer Landſchaft) eben ſchon 880 König Ludwig der Jüngere beurkundet, daß ſein Vater Ludwig der Deutſche der königl. Salvatorskapelle(nachher Bartholomäuskirche zu Frankfurt a. M.) Güter zu Pargilla (Bürgel?) Sprendelingum, Biscofesheim, Secki- bach, Swenheim, Gelsterebach geſchenkt und beſtätigt habe. Böhmer, Cod. Moen. I, 3; Hontheim, Hist. Trevir. I, 218 beurkundet XV Kal. Dec.(17. Nob.) 882 Karl der Dicke, daß ſein Vater Ludwig d. Deutſche der kgl. Salvatorskapelle zu Frankf. Güter ebenwohl zu Pargilla.


