Aufsatz 
Die Ortsnamen des Kreises Hanau / von W. Kellner
Entstehung
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mag, was auch ſchon Vilmar a. a. O. S. 271 betont, daß, das Hanauiſche ausgenommen, dieſe Zuſammenſetzung in Heſſen ſelten vorkommt die Sueben haben ſich offen⸗ bar die bequemeren eben liegenden Niederlaſſungen aus⸗ geſucht.

Gehen wir nun zunächſt von dem Hanau naheliegenden Auheim aus, ſo ſind da zwei Erklärungen möglich, ein⸗ mal von dem Heim eines Owo oder von dem Heim in der Au. Richtig iſt, daß bei weitem die meiſten Zuſammen⸗ ſetzungen mit heim auf Perſonen⸗Namen zurückgehen;*) es iſt dabei wie mit Haus; allein es finden ſich doch auch Zuſmmenſetzungen mit heim ebenſo wie mit haus welche auf Oertlichkeitseigenthümlichkeiten zurückzuführen ſind, wie Holzheim das Heim im Holz, Steinheim das Heim auf dem Stein; Kirchheim(Heim an der Kirche); Bergheim, Rheinheim, Thalheim, Queichheim am Queich bei Landau u. ſ. w. Gerade die Lage unſeres Auheim einem Stein⸗ heim gegenüber neben einer Hagenau, Buhlau, in einer Au führt doch wohl am beſten auf den Begriff Heim in der Au, wie ſich dieſelbe wirklich zu beiden Seiten des Main noch heute dem Luſtwandelnden in der warmen Jah⸗ reszeit darſtellt. Steinheim, nämlich Großſteinheim, offen⸗ bar die urſprüngliche Anlage, liegt auf der ſcharf an den Main herantretenden Baſalterhöhung, welche dem Laufe

des Main dort ſogar aus der nordweſtlichen Richtung eine

Umbiegung nach Nordoſt abnöthigt und in mehreren durch den Flußlauf gehenden Baſaltſchwellen und dadurch be⸗ wirkten Stromſchnellen ſich bemerklich macht. Wenn Förſte⸗ mann Altd. Namenb.**) II(Ortsnamen) 143, 149, 479

*) Vgl. Dronke trad. Fuld. cp. 42 n. 100: Hilto et filius

hinweiſen zu müſſen.

ejus Ezzelo de Wetereiba trad. sco. Bonif. bona sua

in villa Ezelenheim et Nuenbrunnen etc.; n. 107: Früto trad. etc. in Frütenheim predia sua cum

prolibus et domibus eorum; n. 185 nochmals Ezelo in

worden ſein kann.

villa Ezelnheim; n. 236 Wilant comes et frater ejus

Bagolf trad. sco. Bonif. propriet. s. in villis istis

Wilantesheim et Crifdere et Cremesdorf; cp. 44,

Solenheim. Cbenſo geht es mitHus,Huſen: Adololt in Adololteshusen u. unzählige Mal mitleben. Dr. cp.

zwar den Namen von Auenheim(N. O. v. Straßburg, oben erwähnt), Auwenheim, Owanheim, Oweheim auf dieſen Perſonen⸗Namen, Ouviheim aber(vielleicht Auheim bei Paſſau an der Rott) gar auf den Wortſtamm Althochd. awi Schaf, latein. ovis zurückführt, ſo verweiſt er dabei doch auch wieder zugleich auf den Stamm ava, awa Fluß Aue. Wahrſcheinlich iſt auch, daß die von Förſtemann A. N. zu unſerm Groß⸗ u. Klein⸗Auheim angeführten Schreibungen S. 479 Ewicheim Laur. sec. 9. n. 3424 Eweheim Dr. tr. c. 42, 235; Ewicheim Arch. VI, 508 eben nicht dazu gehören. Bernhard gibt Schannat tr. Fuld. p. 257, Antiquit. Wetter. S. 116, 117 neben Rostorf, Kobilo(Köbel) Welderichhusen, Ruomundes- husen die Form Ovvenheim, Oweheim;*) es iſt das augenſcheinlich dieſelbe Volksausſprache, welche zu dem Namen Offenbach von Auebach geführt hat. Ob die oben vorgeführte Form Ewe übrigens nicht auch wieder zu dem Begriff Aue zurückleitet, kann immerhin ebenfalls noch ge⸗ fragt werden in Hinblick auf die Form Wettereibe. Wedrebe zu Wetterau, welche dem volksmundartlichen Aube Aeube offenbar entſprungen iſt. Findet ſich doch auch die Form Augia für Aue Förſtem. A. N. II S. 147.

Oſtheim. Die nächſtliegende Deutung dieſes Namens iſt die von der Himmelsgegend hergeleitete, darauf hin weiſt auch Vilmar a. a. O. S. 271; aber auch hier glaubt Förſtemann auf die Ableitung aus awist ä= avile Schafſtall Es gibt der Oſtheim's, ſofort in unſerer Nachbarſchaft, am Main, ſehr viele, gewöhnlich liegt ein heim oder eine entſprechende Zuſammenſetzung mit einer andern Himmelsgegend nicht weit davon, was bei unſerem Oſtheim nicht der Fall iſt. Es liegt nur in einer öſtlich von dem bedeutendern Wohnſitze Windecken, ehemals Tezeln⸗ heim, gelegenen Thalmulde, wovon es das Oſtheim genannt Es wird genannt bei Dronke trad. Fuld. cp. 42 n. 81 allein u. n. 184 zuſammen mit Te- zelnheim u. Butenestat. In den Nummern 238, 245,

247, 248, 251, 263 iſt ein anderes Oſtheim gemeint;**)

n. 19(S. 126) ad monasterium Sci Solonis in curtis

38 n. 265(S. 77): Widerolt trad. sco. Bon. villam

sui nominis Wideroltesleba cum mancipiis XX.

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**) Künftig immer mit A. N. bezeichnet, während die Schrift des⸗ ſelben Gelehrten über die deutſchen Ortsnamen mit D. O. bezeichnet werden wird.

*) in welchem 1062 Siegebodo's Bruder Reginbodo Güter dem Stift zu Fulda vermacht.

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Dieſes wird wiederholt mit Pflaumheim und Battenheim zu⸗ ſammengenannt und liegt demgemäß an der Pflaum, dem ſüdlichen Zufluß des Main der Aſchaff gegenüber, an der heute noch Badheim, Groß⸗Oſtheim u. Pflaumheim liegen. Der