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übungen geweiheten Orte mit Vorbedacht zu meiden scheinen: so ist diese Klage an sich zwar recht betrübend, allein nicht ganz berechtigt, solange man ihren alleinigen Grund immer in der zur Schlechtigkeit hinneigenden menschlichen Natur, in der verderblichen Presse, in den von allen Seiten drohenden Aergernissen finden will. Viel, unendlich viel Widerstand, wer wollte dies läugnen? wird den Absichten und Bemühungen des Lehrers und Erziehers von der Beschaffenheit der menschlichen Natur entgegen gesetzt; viel Hinderndes und Störendes auch von der schrankenlosen Presse und der Macht des bösen Beispiels bereitet: allein ein grosser Theil dessen, was vorurtheilsfreie Beobachter in Ansehung der religiös- sittlichen Bildung der studirenden Jugend vermissen, ist auf Rechnung der Unvollkommenheit der Unterweisung selbst zu setzen.
Aber wenn man sich auch den Fall denken will, dass ein Religionslehrer nur solche Gegenstände in den Kreis seines Unterrichtes zieht, die dem besten unter den vorhandenen Religionssystemen entnommen sind, und dass dieser Religionslehrer zugleich auch die glücklichste Auswahl aus dem ihm zu Gebote stebenden reichen Materiale zu treffen weiss, überhaupt das Bild eines gewandten, pflichttreuen Lehrers der Religion darstellt: so wird die religiös-sittliche Bildung der Jugend immerhin eine unzureichende bleiben, wofern nicht zugleich auch die übrigen Lehrer der Anstalt darauf bedacht sind, ihren Unterricht auf eine geschmackvolle Weise jenem höchsten Zwecke des Unterrichtes und der Erziehung dienstbar zu machen. Das darf und kann nun aber freilich nicht in der Weise geschehen, wie es von mancher Seite gewünscht wird, dass nämlich alle Lehrgegenstände in unmittelbarer Beziehung zur Religion vorgenommen und den Zwecken des confessionellen Religionsunterrichtes untergeordnet werden; dass der gesammte didaktische und erziehliche Apparat eine solche Verwendung erfahre, dass durch denselben nicht allein die religiöse Anschauung, sondern auch das kirchliche Leben einer Confession vermittelt werde. Es muss vielmehr jedem Lehrgegenstande der ihm eigene Charakter und Inhalt unter allen Umständen belassen und soviel wie möglich von jeder fremdartigen Beigabe frei gehalten werden. Denn je weniger der Gegenstand des Unterrichtes seiner Eigenart entkleidet wird, und je weniger Zuthaten dem Inhalte desselben beigemischt werden, desto sicherer wird der Erfolg des Unterrichtes sein. Auch kann es ohne quantitative Beeinträchtigung eines Lehrgegenstandes und ohne Verkürzung der für denselben angesetzen Zeit nicht geschehen, dass letzterer in der gewünschten Weise dem Religionsunterrichte angepasst und untergeordnet werde. Denn jede Aufmerksamkeit, die man bei der Behandlung eines Lehrgegenstandes auf religiöse Betrachtungen verwendet, geht offenbar für den Gegenstand als solchen verloren; und während der Zeit, die man zu Excursionen auf das religiöse Gebiet benützt, hält man sich von jenem Gebiete, innerhalb dessen Grenzen man in dieser Zeit thätig sein sollte, feorn. Ueberdiess ist es nicht wahr, was behauptet und geglaubt wird, dass nämlich die einzelnen Gegenstände des Unterrichtes, ohne dass man ihrem Inhalte und ihrer Form Gewalt anthut, an den Religionsunterricht unmittelbar angelehnt werden können, es müsste denn gerade sein, dass man bei der Vornahme eines Lehrgegenstandes, wie z. B. bei der Lektüre eines Classikers, auf Parthien stiesse, in denen der Ton religiöser Unterweisung in aller Form angeschlagen wäre.
Indessen ist ein correcter, auf harmonische Ausbildung der verschiedenen Thätigkeits-


