Aufsatz 
Gliederung des deutschen Sprachunterrichtes in der Elementarschule
Entstehung
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5 in der Schriftſprache, zuweilen auch dem Kinde ſchon unter der Volksbenennung bekannt ſind; ſo hat der Lehrer, um leichter verſtanden zu werden, und ſomit ſeinen Unterricht nutzbarer zu machen, ſich einige Bekanntſchaft mit den Volksbenennungen der zu beſprechenden Thiere, Pflanzen und Geräthe zu verſchaffen.

2. Das lautrichtige Leſen wird noch fortgeſetzt, allmählich tritt, natürlich zunächſt bei den beſſeren Schülern, das wortrichtige ein, d. h. das Leſen nach dem Wortton mit Beachtung der Haupt⸗ und Nebenſylben(Vor⸗ und Nachſylben), oder das Leſen der Wörter, wie dieſelben in der gebildeten Umgangsſprache ausgeſprochen werden, alſo z. B. àͤb, gäb, irr, dir, Gebet, gebet, nicht alle gleichmäßig gedehnt ab, gab, irr, dir, Gebet, gebet, wie die Kinder im erſten Schuljahre gewöhnlich leſen. Beſondere Schwierigkeit macht der kurze(geſchärfte) Vokal vor mehreren(gleichen wie ungleichen) Konſonanten und das Schwanten in Bezug auf Kürze und Länge(Schärfung und Dehnung) des Vokals in manchen Wörtern, namentlich in der Volksausſprache.

3. Der Inhalt der kleinen Leſeſtücke iſt ſachlich zu erklären und, ſind es Erzählungen, dann von den Kindern wieder zu erzählen. Der Lehrer hat beſonders darauf zu achten, daß er den Inhalt in kleine Theile zerlegt und dabei in kurzen Sätzen ſpricht. Dem kleinen Er⸗ zähler darf eine liebevolle Nachhilfe nicht verſagt werden.

4. Die Übungen im Schreiben ſind: a. Abſchreiben aus dem Leſebuch in Kurrentſchrift; b. Schreiben ein⸗ und mehrſylbiger Wörter aus dem Anſchauungsunterricht und nach Diktat, wobei immer noch, wenn auch nicht mehr ſo ausſchließlich, ſolche Wörter zu wählen ſind, bei denen Ausſprache(Laut) und Schreibung einander gleichen. Die Bemerkungen über die großen Anfangsbuchſtaben und über die Setzung des Punktes mögen wiederholt, das Nöthige über das Fragezeichen beigefügt werden.

III. Jahrgang, achtjährige Kinder. Anſchauungsunterricht und Sprechübungen. Leſen. Erklären und mündliches Wiedergeben des Geleſenen. Grammetiſches. Schriftliche Aufgaben.

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Erläuterungen.

1. Jetzt iſt das von einzelnen Dingen Ausgeſagte zu ordnen, woraus ſich allmählich kleine Beſchreibungen bilden. Anfangs werden die Kinder den Namen des Dinges noch immer als Subjekt(Satzgegenſtand), erſt nach und nach ſtellvertretende Pronomina(perſönliche Für⸗ wörter der 3. Perſon) gebrauchen.

2. Das wortrichtige Leſen wird fortgeſetzt, bis die nöthige Fertigkeit im ſogenannten mechaniſchen Leſen erlangt iſt. In den Leſeſtücken dieſes und des folgenden Jahrganges kommen als Interpunktionszeichen faſt nur Punkt, Komma, Frage⸗ und Ausrufungszeichen, ſelten Doppelpunkt vor. Der Lehrer zeige durch langſames und deutliches, d. h. gutes Vorleſen,