Aufsatz 
Gliederung des deutschen Sprachunterrichtes in der Elementarschule
Entstehung
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Vierte Klaſſe.

Für beide Abtheilungen. a. Dynamiſches Leſen, oder Übung im ſchön und ausdrucksvollen Leſen größerer Leſeſtücke, b. kleine und größere Aufſätze, Quittungen, Rech⸗ nungen, Briefe, Beſchreibungen von Natur⸗ und Kunſtgegenſtänden u. ſ. w., c. freier Rede⸗ vortrag für die zweite Abtheilung.

Gliederung.

I. Jahrgang, ſechsjährige Kinder.

1. Anſchauungsunterricht und Sprechübungen. 2. Vorübungen zum Schreibleſeunterricht. 3. Leſen. 4. Schreiben. Erläuterungen.

1. Die Behandlung des eigentlichen Anſchauungsunterrichtes ſoll hier nicht erörtert wer⸗ den, hier kommt derſelbe nur in ſo weit in Betracht, als er Stoff zu Sprechübungen bietet. Es iſt darauf zu ſehen, a. daß der Name des Dinges, der Name der Perſon im Satze vorkommt, gleichviel in welchem Kaſus, und b. daß die Kinder jedesmal in voll⸗ ſtändigen Sätzchen ſprechen, was überhaupt durch alle Jahrgänge und bei allen Unterrichts⸗ gegenſtänden gefordert werden muß. Hier kann ſchon die Bildung des Plurals(der Mehrzahl) praktiſch begonnen und im zweiten Jahrgang dann fortgeſetzt werden.

2. Die Vorübungen zum Schreibleſeunterricht wie die Methode dieſes Unterrichtes wer⸗ den hier, als dem Lehrer hinlänglich bekannt, übergangen. Nur die Mahnung möge geſeattet ſein, nicht allzu lange bei den Vorübungen zu verweilen. Das Streben nach Grüddlichkeit und Vollſtändigkeit kann gar zu leicht Langweile verurſachen, und dieſe iſt bekanntlich der Mehlthau alles Jugendunterrichtes.

3. Das Leſen iſt im erſten und zweiten Jahrgang ein lautrichtiges, d. h. die einzelnen Buchſtaben nach ihrem Laut beachtendes Leſen auf den Leſetabellen und in der Fibel. Es darf kein Buchſtabe zu wenig, keiner zu viel, keiner falſch geleſen werden. Schwierigkeiten bieten ſich beſonders bei den Umlauten, bei den Doppellauten und bei einigen Konſonanten, namenllich bei j, g, ch, k, ng, ſp ſt, da dieſe in den verſchiedenen Gegenden verſchieden aus⸗ geſprochen werden. Der ſogenannte Schulton, d. h. das Leſen der bloßen Buchſtaben, wobei alle Sylben mit gleicher Dehnung geleſen werden, iſt im erſten Schuljahre naturgemäß, weil die Kinder noch zu viel mit den einzelnen Buchſtaben zu thun haben und den einen Buchſtaben ſo lange anhalten, bis ſie des folgenden habhaft ſind; ſind aber die Kinder im Leſen der Buch⸗ ſtaben feſt, ſo muß der Schulton verlaſſen werden, was meiſt ſchon in der zweiten Hälfte des erſten Schuljahres wird geſchehen können..

4. Die Übungen im Schreiben ſind: a. Schreiben der einzelnen Buchſtaben; b. Abſchreiben

aus der Fibel in Kurrentſchrift, wobei dieſelben Wörter öfters zu ſchreiben ſind, damit das 1*