20
wie hier und da geſchieht, iſt nicht rathſam.— Griech. heißt dieſe Zeit mellon(ue⁴lX), d. i. im Begriff ſeiend, lat. futurum, d. i. ſein werdend, deutſch: die künftige Z. bei Schottel u. A., zukünftige Z. bei Heynatz u. A., währende Zukunft bei Heyſe, Zukunft bei Götzinger u. A., erſte Zukunft bei Fleiſcher u. A., erſte Ankündigungsform bei Deſaga, Nachgegenwart bei Bernhardt.
f. Futurum Exaktum.
Dieſe Zeitform ſtellt das Prädikat als eine Thätigkeit dar, die zwar in der Gegenwart des Sprechenden zukünftig, aber zugleich einer andern gleichfalls zukünftigen Thätigkeit vorangegangen und in dieſem relativen Zeitverhältniß vollendet iſt. Dieſe Zeitform iſt in der deutſchen Sprache noch nicht alt(vor Luther noch nicht nachgewieſen) und zunächſt aus der lat. herübergenommen, wird auch heute in Originalſchriften ſelten(öfter in Ueberſetzungen), in der Umgangsſprache gar nicht gebraucht. Im Griech. kommt dieſe Zeit nicht vor, der lat. Name bedeutet vollendete zukünftige Zeit.— Deutſche Namen: die künftig oder nicht vergangene Z. bei Campe, künftigvergangene Z. bei Zeheter, vollendete Zukunft bei Heyſe, Nachvergangenheit bei Schmitthenner u. A., zweite Ankündig⸗ ungsform bei Deſaga, Einſtvergangenheit bei Götzinger u. A., vergangene Zukunft bei Wagner, Vorzukunft bei Stern u. A., vermiſchte Zukunft bei Eiſenhofer, zweite Zukunft bei Fleiſcher u. A.„Es iſt noch eine Art der zukünftigen Zeit, futurum perfectum genannt, wird formirt durch werde haben oder würde haben: wenn ich würde geſchrieben haben, nachdem er würde getrunken haben.“ Schottel.„Wollte man ja zu dieſen Zeiten noch andere hinzufügen: ſo würde vornehmlich das vergangene Futurum in Beteacht kommen.“
Heynatz.
V. Satzglieder.
Längſt hergebracht und weitverbreitet ſind die lat. Namen Subjekt(subjectum, d. i. der Unterwurf, das gleichſam als Grundlage des Satzes unten Hingeworfene), Prädikat (praedicatum, d. i. das Ausgeſagte, die Ausſage) und Kopula(copula d. i. Band.) Die älteren deutſchen Grammatiker vor Gottſched haben keine Namen, Gottſched hat Ausſage oder Prädicat. Adelung hat a) das ſelbſtändige Ding oder das Subject, b) das unſelb⸗ ſtändige Ding, welches dem ſelbſtändigen einverleibt wird, das Prädicat und c) das Einverlerbungswort, nicht ſo ſchicklich die Copula genannt.— Für Subjekt ſinden ſich: Gegenſtand der Rede bei Heyſe, Redegegenſtand bei Löwe, Satzgrund⸗ wort bei Wagner, Gegenſtand bei Fleiſcher, Satz grund bei Gaucksterdt, Grundwort bei Eiſenhofer, Satzding bei Honcamp, Satzgegenſtand bei Thielmann, Selbſtand bei Barthel, Grundbegriff bei Joſt, Grundſage bei Reichelt, Selbſtänder bei Seiden⸗ ſtücker. Für Prädikat: das Ausgeſagte bei Heyſe, Sagniß bei Löwe, das ausgeſagte Wort bei Wagner, Ausſage bei Fleiſcher, Satz ausſage bei Gaucksterdt, Bezieher bei Seidenſtücker. Für Kopula: Wortband bei Schmitthenner, Satzband bei Löwe, Satz⸗ bandwort bei Wagner, Satzbinder bei Seidenſtücker.


