Aufsatz 
Die grammatischen Kunstausdrücke
Entstehung
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dehnend, ausſpannend, Ausdehnung oder Dauer in der Vergangenheit aus⸗ drückend, lat. imperfectum, d. i. unvollendet. Deutſche Namen: die faſtver⸗ gangene Zeit bei Schottel und Stieler, kaum vergangene Z. bei Heynatz, kaum⸗ oder jüngſtvergangene Z. bei Gottſched u. A., kaum⸗ oder jüngſt⸗ oder halbvergangene Z. bei Theiſen, erſt⸗ oder jüngſtvergangene Z. bei Zeheter, währende Vergangen⸗ heit bei Heyſe, dauernde Vergangenheit bei Wagner, erzählende Vergangenheit bei Stern, beziehendvergangene Zeit bei Schwenzen, vergangene Gegenwart bei Diefenbach, Vorgegenwart bei Schmitthenner u. A., Mitvergangenheit bei Stern u. A., erſte Vergangenheit bei Götzinger u. A., Erzählungsform bei Götzinger u. A., erſte Erzählform bei Deſaga, Wahrnehmbarkeit der begrenzten Thätigkeits⸗ äußerung bei Edler. c. Perfekt.

Das Perfekt bezeichnet eine in der Gegenwart des Sprechenden nicht bloß vergangene (wie das Imperf.), ſondern eine wirklich vollendete, abgeſchloſſene, von allen andern Handlungen getrennte Handlung. Griech. heißt dieſe Zeit parakeimenos(abaxeiusvoc), d. i. bereit liegend, lat. perfectum, d. i. vollendet, deutſch: die vergangene Z. bei Schottel u. A., völlig vergangene Z. bei Gottſched u. A., zweit⸗ oder völligver⸗ gangene Z. bei Zeheter, bezieh ungsloſe oder völligvergangene Z. bei Schwenzen, vollendete Gegenwart bei Heyſe, zweite Beſchreibform bei Deſaga, zweite Ver⸗ gangenheit oder Vollendung bei Götzinger, zweite Vergangenheit bei Fleiſcher u. A., Vergangenheit bei Schmitthenner u. A., beziehungsloſe Vergangenheit bei Grünewald.

d. Plusquamperfekt.

Dieſe Zeit, griech. hypersyntetikos(ure ooοννerixν⁶⁴ς), d. i. übervollendet, lat. plus- quamperfectum, d. i. mehr als vollendet, drückt etwas Vergangenes und in Bezug auf eine andere gleichfalls vergangene Thätigkeit Vollendetes aus, d. h. die Handlung des Plusg. mußte vergangen ſein, ehe eine andere eintrat, die vom Standpunkt des Sprechenden aus gleichfalls vergangen iſt. Deutſche Namen: die gantzvergangene Z. bei Schottel und Stieler, längſtvergangene Z. bei Gottſched u. A., dritt⸗ oder längſtvergangene Z. bei Zeheter, beziehendvölligvergangene Z. bei Schwenzen, vollendete Ver⸗ gangenheit bei Heyſe, zweite Erzählform bei Deſaga, dritte Vergangenheit bei Fleiſcher u. A., Vorvergangenheit bei Schmitthenner u. A.Die dop peltvergangene Zeit(z. B. ich habe es ihm geſagt gehabt, ich bin bedrückt geweſen) und die längſtvöllig vergangene(z. B. ich hatte es ihm geſagt gehabt, ich war bedrückt geweſen) kommen ſelten vor. Heynatz. 3

e. Futurum.

Die goth., alt- und mittelhochd. Sprache umſchreiben das einfache Futurum durch ſollen und wollen, die neuhochd. hat in gewiſſen Fällen für die erſte Perſon noch wollen, für die zweite ſollen, für alle aber gewöhnlich werden, das ſeit dem 14. Jahrh. allmählich an die Stelle von ſollen und wollen getreten iſt. Darnach aber ein dreifaches Futurum aufzuſtellen,

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