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i*ſt früͤher zahlreicher als heute. Durch die Präp. zu vor dem Inf. wird eine Konſtruktion er⸗ zeugt, die der Bedeutung nach dem lat. Gerundium und Supinum gleicht, ſie verdient aber keinen beſondern Namen, wie Lagewort bei Stieler, objektive Dingform bei Kellner.
Deutſche Namen:„die Weiſe zuendigen, oder die weiſe das Zeitwort zu ſchlieſſen, da man von keiner gewiſſer Zeit oder weiſe etwas vernimt“ bei Schottel, Endungs⸗, En⸗ digungsweiſe bei Stieler, unbeſtimmte Art bei Gottſched u. A., abgezogene Form bei Campe, Nennform bei Heyſe u. A., Schwebeform bei Schmitthenner, unbeſtimmte Weiſe bei Deſaga, unbeſtimmte Redeweiſe bei Bauer, Stammform bei Deſaga u. A., allgemeine oder hauptwörtliche Redeweiſe bei Löwe, Nennweiſe bei Wagner, nicht beſtimm ende Art bei Eiſenhofer u. A, Dingform bei Honcamp u. A., Grund⸗ form bei Dornau u. A. 4
c. Partizipium.
Das Partizipium iſt kein eigentlicher Modus(darin hat Heyſe Recht), es ſteht vielmehr ſeiner Form nach dem Adjektiv, ſeiner Bedeutung nach dem Verbum nahe, bildet alſo eine Mittel⸗ form zwiſchen beiden. Im Griech. heißt dieſer Theil des Verbums metoche(usrox=), lat. participium, d. i. theilhabend, nämlich am Verbum und Nomen(Adjektiv). Im Deutſchen iſt ſeit Schottel der Name Mittelwort allgemein verbreitet. Klopſtock hat Wechſelwort, Wagner(bei Campe) Zuſtandswort, Jeoſt u. A. Mittelform, Löwe eigenſchafts⸗ wörtliche Redeweiſe.
4. Tempus.
Wenige Sprachen ſind für den Ausdruck der Zeitverhältniſſe beim Verbum ſparſamer ausgeſtattet als die deutſche: ſie beſitzt nur Formen des Präſens und eines einzigen Präteritums. Weder das Futurum noch die in andern Sprachen vielfach gegliederten Stufen der Vergangenheit vermag ſie unumſchrieben zu bezeichnen. Die Umſchreibungen ſind erſt allmählich eingetreten.
a. Präſens.
Der Präſens ſteht heute 1) bei allgemein giltigen, vom Wechſel der Zeiten unabhängigen Urtheilen, darum beſonders in Sprichwörtern, 2) um eine Handlung, eine Thatſache in der Gegenwart und 3) um die als Gegenwart gedachte Vergangenheit und Zukunft auszudrücken. Griech. heißt dieſe Zeit enestos(kveoros), lat. praesens, d. i. bevorſtehend, gegenwär⸗ tig, deutſch: die gegenwärtige Zeit bei Schottel u. A., Gegenwart bei Schmitthenner u. A., währende Gegenwart bei Heyſe, Ge genwartszeit bei Fleiſcher, erſte Be⸗ ſchreibform bei Deſaga, Wahrnehmbarkeit der Handlung oder Thätigkeitäuße⸗ rung bei Edler.
b. Imperfekt.
Das Imperfekt ſteht heute 1) um das Prädikat(die Ausſage) als ein in der Gegenwart des Sprechenden vergangenes zu bezeichnen, wird darum vorzugsweiſe bei der Erzählung ge⸗ braucht, und dient 2) zur Schilderung Beſchreibung und Darſtellung von wiederholten Hand⸗ lungen, alſo der Gewohnheit. Griech. heißt dieſe Zeit paratatikos(aαarerς), d. i aus⸗


