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Perſonenw., Götzinger Fürname, Edler beſtimmender Vertretungsbegriff. Mertian wirft Subſt. und Pron. in eine Klaſſe zuſammen unter der Benennung Stand und nennt dann das Pron. zur Unterſcheidung ſtellvertretender Stand.— Die Pronomina zerfallen nach der alten weitverbreiteten Eintheilung in personalia, possessiva, demonstrativa, interrogativa, relativa, indefinita. Stieler und Schottel(dieſer aber mit den lat. Namen) haben: 1) zeugende, dem.:: ich, du, der, dieſer, jener, etwas, ichts, ſelbſt; 2) gegenverwante, rel.: er, der, derſelbe, derſelbige, ſo, welcher; 3) fragende, int.: wer, welcher, was, waſer, waſerlei; 4) beſitzende, pos.: mein, dein, ſein, unſer, euer, ihr; 5) gegentretende, re- ciproca: er, ſein, ihr. Heynatz hat: 1) perſönliche: ich, du, er, ſie, es, ſich; 2) eigen⸗ thümliche oder zueignende: mein, dein, ſein, ihr, unſer, euer; 3) anzeigende: der, dieſer, derſelbe, jener, derjenige, ſolcher, ſothan, ſelbiger, derſelbige; 4) beziehende: welcher, der; 5) fragende: wer, welches, was für einer, was für welcher. Adelung hat: 1) pers., per⸗ ſönliche: ich, du, er, ſie, es; 2) pos., zueignende: mein, dein, ſein, ihr, unſer, euer; 3) dem., zoigeude dieſer, jener, der; 4) determinativa, welche dasjenige Ding vorläufig be⸗ ſtimmen, auf welches ein Prädikat zurückgeführt werden ſoll: der, derjenige, derſelbe, ſelbiger, ſolcher, wer, was; 5) rel., beziehende: welcher, der, wer, was, ſo; 6) int., fragende: wer, welcher, was. Für 1:1 ende hat Heinſius anzeigende, Heyſe hinweiſende, Schmitt⸗ henner hindeutende; derjenige, derſelbe, ſelbiger, ſolcher, der nennt Heinſius vorherbe⸗ ſtimmende, Heyſe beſtimmende, Deſaga vorwärtsdeutende; beziehende werden von Heinſius und Heyſe beibehalten, von Schmitthenner rückdeutende, von Daſaga rückwärts⸗ deutende genannt.
4. Artikel.
Der Artikel, lat. articulus, griech. arthron(dο ο*) d. i. Glied, Gelenk, Abſatz, iſt grammatiſch in ſeinem Urſprung ein demonſtratives Pronomen, allmählich aber zu einer faſt be⸗ deutungsloſen grammat. Form herabgeſunken. Gleich dem perſönl. Pron. beim Verbum ſieht er anfangs beim Nomen in beſonderen Fällen als hinzugewieſener Geleiter nachdruckſam; bald zur Bürde geworden, ſchleppt er ſich faſt allenthalben mit.— Die lat. Sprache hat gleich der ſla⸗ viſchen gar keinen Artikel an ſich entwickelt, deſto enrſchiedener eingedrungen iſt er in die roma⸗ niſchen Sprachen. Schon frühe eignet ſich ihn die griech. Sprache an, und zwar entſpringt er ihr aus demſelben demonſtr. Pron., wie uns. Doch haben wir ihn der griech. Sprache nicht abgeſehen, ſondern von alters her beſeſſen; der gothiſche Artikel weicht eigenthümlich ab vom griech. und wird anders angewendet.— Der ſ. g. beſtimmte Artikel iſt das unbetonte De⸗ monſtrativpron. der, der ſ. g. unbeſtimmte das unbetonte Zahlwort ein.
Deutſche Namen. Der Artikel heißt bei Schottel und Stieler benennendes(der) und unbenennendes(ein) Geſchlechtsw., bei Gueintz Geſchlecht⸗ oder Gemerkew., bei Heynatz beſtimmtes Geſchlechtsw.(der) und Geſchlechtsw. der Einheit(ein), bei Klopſtock Beſtimmung oder Beſtimmungsw., bei Heyſe beſtimmtes oder richtiger beſtimmendes und unbeſtimmtes oder richtiger nicht beſtimmendes Selbſtands⸗ oder Geſchlechtsw., bei Schmitthenner Artikel oder Selbſtandsw., bei Edler Ge⸗ ſchlechtsbegriff. Adelung nennt Geſchlechtsw. ſchlecht, das aber von Gottſched an bei den meiſten Grammatikern neben Artikel vorkommt. Popowitſch ſchlug Namengefährte,


