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Das Geſchlecht der Subſt. heißt bei Gueintz männlich, weiblich,(welche Namen von da an bleiben), unbenannt, bei Schottel und Stieler unbenamt, bei Heynatz unge⸗ wiß, bei Adelung ſächlich. Das lat. genus neutrum heißt„Geſchlecht, das keins von beiden, alſo weder männlich noch weiblich iſt“, wird aber auch auf lebende Weſen angewandt, und zwar beſonders dann, wenn die Unentwickelung des Geſchlechts(Kind, Junges), nicht gerade Ge⸗ ſchlechtsloſigkeit bezeichnet werden ſoll.
2. Adjektiv.
Das Adjektiv(nomen adjectivum) heißt griech. onoma epithetikon(öxοα εeσιανετν⁶ν) d. i. beigefügter, beigeſetzter Name zur Bezeichnung der geſammten Beſchaffenheit, oder zunächſt einer einzelnen Eigenſchaft einer Perſon oder Sache. Die Eigenſchaft kann der Perſon oder Sache weſentlich, eigenthümlich(alſo Eigenſchaft im ſtrengen Sinne des Wortes), oder un⸗ weſentlich ſein, alſo mehr ein äußeres, zufälliges Merkmal bezeichnen. Da dieſes Weſentliche oder Unweſeutliche aber nicht im Adjektiv, ſondern im Subſtantiv liegt; ſo kann dasſelbe Adj. hier etwas Weſentliches, dort etwas Unweſentliches bezeichnen. Daraus folgt, daß die Eintheil⸗ ung in Eigenſchafts⸗ und in Merkmals⸗ oder Beſchaffenheitswörter, ſo wie(bei Löwe) in Eigenſchafts⸗ und Eigenheitswörter um ſo weniger etwas für ſich hat, als es oft nicht leicht anzugeben iſt, ob die einem Subſt. durch ein Adj. beigelegte Eigenſchaft dem Subſt. weſentlich oder unweſentlich iſt. Wer z. B. die Unſterblichkeit der Seele läugnet, wird das Adj. in dem Satze:„Die Seele des Menſchen iſt unſterblich“ gewiß für etwas Un⸗ weſentliches halten, während der gläubige Chriſt ſich eine ſterbliche Seele gar nicht denken kann.
Deutſche Namen: Gueintz, Schottel und Stieler haben beiſtändigs Nennw., Stieler im Wörterbuch ſelbſtändig Beyw., Gottſched u. A. Beiw.; Adelung hat Beiw., hält aber Eigenſchaftsw. für richtiger, das bei Heinſius u. A. ſich findet. Götzinger hat 1827 Beiname und 1833 Eigenſchaftsw.; Schmitthenner hat 1822 Eigenſchaftsw., nennt aber 1830 das attributive Adj. Eigenſchaftsw., das prädikative dagegen Beſchaffen⸗ heitsw. Wagner hat Eigenſchaftsw. und ſagt:„ſowohl Eigenſchaftsw. als auch Zeitw. nennt man auch Merkmalsw.“ Kellner hat Merkmalsw., Edler Beſtimmungs⸗, Eigenſchafts⸗ und Beſchaffenheitsbegriff. Campe nennt das Adj. Beilegungs⸗ oder Beilegew., oder Einverleibungs⸗ oder Einverleibew., Mertian Umſtand.
8 3⸗ Pronomen.
Das Pronomen(ungut Pronom), griech. antonymia(drrovruia) d. i. Fürname, Fürwort(für das Nomen gebrauchtes Wort), bezeichnet das urſprünglich räumliche Verhältniß, in welchem die Gegenſtände zu einander und zum Sprechenden ſtehen, und zwar ohne deren Weſen und Beſchaffenheit näher anzugeben. Die Pronomina ſtehen im Satz entweder adjektiviſch bei einem Subſt. zur näheren Beſtimmung, oder ſubſtantiviſch ſtatt eines Subſt.
Deutſche Namen: Schottel, Gueintz und Stieler haben Vornennw. Von Gottſched an kommt Fürw bei den meiſten Grammatikern vor. Adelung hat Pronomen, hält Fürw. für ſehr unſchicklich, Perſonenw. oder perſönliches Beſtimmungsw. für beſſer. Schmitt⸗ henner u. A. haben(das höchſtens für das demonstrativum paſſende) Deutew., Löwe hat
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