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zuſammengewachſen, d. h. mit einem Ding, mit einer Subſtanz zugleich gedacht, ihr bei⸗ gelegt, deiſes abstractum d. i. abgezogen, d. h. in Gedanken, alſo für ſich allein betrachtet, nicht wirklich beſtehend, ſondern nur bloß gedacht.— Die Konkreta zerfallen in folgende, ſchon bei Schottel und Stieler erwähnte Unterabtheilungen: 1) Eigennamen, eigene N.(nomina propria), die nur Einzelweſen(Perſonen, Ländern, Städten ꝛc.) zukommen und 2) Gattungs⸗ oder Ge⸗ meinnamen, gemeine N.(n. appellativa), Benennungen für mehrere gleichartige Dinge, Gattungen. Die Unterabtheilungen der Gattungsnamen: Sammel⸗, Stoff⸗, Wiederholungs⸗, Verkleinerungs⸗ namen kommen erſt gegen Ende des 18. Jahrh. vor. Die Abſtrakta umfaſſen beſonders Namen von Handlungen, Umſtänden, Eigenſchaften, erſcheinen aber als beſondere Abtheilung noch nicht in den früheren deutſchen Grammatiken.— Da für Subſtantiv oft(das in den deutſchen Wör⸗ terbüchern fehlende) Dingwort geſagt wird; ſo möge hier bemerkt werden, daß Ding zunächſt eine rechtliche, gerichtliche Verhandlung, Gericht bezeichnet, dann das Betreffende, das Seiende, die Grundlage, auch die Urſache eines Seins. In der weiteſten Bedeutung begreift es ebenſo das ſinnlich Bemerkbare, als das Ueberſinnliche, das Gedachte, was die Freunde der Sinnen⸗ und Gedankendingwörter nicht genung beachtet zu haben ſcheinen.
Deutſche Namen: Schottel und Stieler haben Nennwort für Subſtantiv und Ad⸗ jektiv, dann im Beſondern für das Subſt. das ſelbſtändige Nennwort. Gueintz hat bloß Nennwort. Heynatz hat für Subſt. und Adj. Nennw., dann im Beſondern für das Subſt. Hauptw. oder ſelbſtändiges Nennw. Gottſched hat Nennw. und begreift da⸗ runter nach alter Weiſe Haupt⸗, Bei⸗, Für⸗ und Geſchlechtsw. Adelung hat Hauptw. und die Unterabtheilung eigener Nahme, Gattungsnahme oder Gattungsw. und die lat. Namen concreta und abstracta. Klopſtock hat Hauptw. oder Benennung. Heinſius hat Haupt⸗ oder Nennw. und die Unterabtheilung Eigen⸗, Gattung⸗ oder Gemein⸗ namen; letztere zerfallen wieder in: Sammel⸗-, Stoff⸗-, Wiederholungs- und Ver⸗ kleinerungswörter. Heyſe hat Subſt. Nenn⸗ oder Hauptw. und zwar: a) concreta: Eigen⸗ und Gemeinnamen, Perſonen⸗ und Sachnamen; b) abstracta oder Be⸗ griffsnamen; die Gemeinnamen ſind dann wieder Anſchauungs- und Merkmalsnamen, welche letztere den Gegenſtand nur nach einem einzigen Merkmal bezeichnen, z. B. Held. Schmitt⸗ henner hat 1822 Hauptw. und 1833 Din gw., Dingname. Bernhardt hat Dingname (concr.) und Merkmalsname(abstr.).— Die Namen Nenn⸗, Haupt⸗, Dingw. finden ſich von nun an bei mehreren Grammatikern, die auch meiſt die angegebene Unterabtheilung haben. Götzinger hat einigemal gewechſelt, er gebraucht Haupt- und Nennw. und theilt 1827 die Gemeinnamen in Perſonen⸗ und Dingnamen, Weſennamen; ſpäter(1833, 1836) hat er(wie Heyſe) Anſchauungs- und Merkmalsnamen: erſtere ſind Perſon⸗, Ding⸗, Stoff- und Zeitnamen, letztere ſind concreta und abstracta. Zeheter hat Namenw. Honcamp nennt ganz unzureichend die abstracta Thätigkeitsnamen, welche Benennung auch Wurſt, Grünewald u. A. hahen, während Peter Thätigkeitsw. braucht. Edler nennt das Subſt. Dingbegriff. Brentano nennt das concretum ſelbſtändiges, das abstractum unſelbſtändiges Hauptw. Burbach nennt das abstractum Gedankennamen. Wolke nennt das Subſt. Hauptnamer. Aus Campes Fremdwörterbuch erſehen wir, daß er das Subſt. Grundw., Popowitſch Selbſtw. oder ſelbſtändiges Wort, Mertian Stand, Trapp Sachw. nannte.


