Aufsatz 
Die grammatischen Kunstausdrücke
Entstehung
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ungen erſonnen, die mitunter nur Lachen erregen können. Ich laſſe die bekannteſten dieſer Namen hier folgen.

Gottſched hat: Selbſtlauter und(bärtere und weichere) Mitlauter; letztere find Lippen⸗ lauter(b, f, m, p, v, w), Zungenlauter(d, l, n, r, t), Halslauter( j, g, h, k, q) und Zahn⸗ lauter(c, ſ, x, z). Heynatz hat: Vokale, Lautbuchſtaben oder Selbſtlauter und Konſonanten oder Mitlauter; letztere ſind: flüſſig(l, m, n, r), aſpirirtflüſſig(ch), ſtumm, und zwar: breit (w, j), weich(b, d, g), hart(p, t, F), aſpirirt(ph, f, v, tb, ch); die Buchſtaben c, h, q, ſ, ß werden nicht in beſondere Klaſſen eingetheilt. Adelung hat: Vokale oder Selbſtlaute, beſſer Hülfslaute und Konſonanten oder Mitlaute, beſſer Hauptlaute. Nach den Theilen des Mundes ſind die Konſonanten: Lungenlaut(h), Gurgellaute(ch, g, k, g, c), Gaumenlaut(j), Lippenlaute (w, b, f, v, p, w), Zungenlaute(d, t, th, l, n, r), Zahnlaute(ſ, ß, z, ſch). Nach Art des Lautes mit Beachtung des Mundes ſind die Konſonanten: 1) Halbvokale: flüſſige(Lalllaut l, Mampflaut m, Nennlaut n), Ztterlaut(r), Sauſelaute oder Säuſeler(ſ, ß, 3), Ziſchlaut oder Ziſcher(ſch) und 2) Stumme: Bebelaute(b, p), Blaſelaute(w, f, v), Hauchlaute(h, ch), Gacklaute(j, g, k, q), Tödtende oder Stotterlaute(d, t, th),irrig von Andern Halbziſcher ge⸗ nannt. Götzinger hat verſchiedene Eintheilungen und Benennungen einzuführen verſucht; eigen ſind ihm die Bläſer(f, ph, ch, z, ß) Edler hat die bekannte Eintheilung nach den Organen, dann eine nach der Aehnlichkeit der Töne: Sauſelaute(s, ß)), Schnarrlaut(r), Brummlaute (m, n), Blaſelaute(w, v, f), Knalllaute(b, p, d, t, g, k), Lalllaut(I), Ziſchlaut(ch, ſch). Berthelt hat Helllaute und Dumpflaute für kleine Kinder, empfiehlt ſonſt Stimmlaute und Mit⸗ laute. Andere Namen, wie Lippenbrummer, Kehlſumſer, Zahnſchluß, Zungengaumen⸗ ziſcher, Nebenzweiklangzeichen, ſind kaum der Anführung werth. Becker, Wurſt, Meiſter, Grüne⸗ wald u. A. ſtellen den Schmelzlauten die Schlaglaute gegenüber, die ſo heißen,weil ſie mit einer ſchlagenden Bewegung der Sprachwerkzeuge hervorgebracht(der Sprachorgane ge⸗ bildet) werden, was nicht von allen in gleichem Maße gilt. Dieſe Eintheilung empfiehlt ſich ſchon darum nicht, weil ein gemeinſchaftlicher Eintheilungsgrund fehlt, indem die Schmelzlaute mehr nach ihrer Natur, die Schlaglaute mehr nach ihrer Ausſprache(Artikulation) benannt ſind. Uebrigens ſind die Freunde der Schlaglaute(z. B. Meiſter und Grünewald) unter ſich nicht einig

II. Wortarten oder Redetheile.

Der Grieche Ariſtoteles(†⁵ 322 v. Chr.) kennt nur drei Haupttheile der Rede: Nomen, Verbum, Partikel. Allmählich wurden einige wichtige Unterabtheilungen dieſer drei als beſondere Haupttheile ausgehoben, und ſo erhielt man S und, nachdem man das Adjektiv vom Subſtantiv und den Artikel vom Pronomen getrennt, unſere heutigen 10 Wortarten.

1. Subſtantiv.

Subſtantiv und Adjektiv heißen im Griechiſchen allgemein onoma(νμαα, im Lateiniſchen nomen d. i. Name, wozu dann eine nähere Beſtimmung tritt. Das Subſtantiv heißt griech. onoma prosegorikon(ëonba rocr†οεαιν), lat. nomen appellativum d. i. nennender Name, Nennwort. Das lat. Wort substantivum bezeichnet etwas Beſtehendes(Subſtanz Habendes), alſo nomen subst. ein Wort, welches etwas für ſich Beſtehendes oder für ſich beſtehend Gedachtes nennt. Demgemäß gibt es zunächſt zwei Klaſſen von Subſtantiven, je nachdem ſie etwas wirk⸗ lich Beſtehendes oder etwas als beſtehend Gedachtes bezeichnen, jenes heitzt lat. concretum d. i.