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Folgenden Wörtern gebührt ſ, s, nicht ß: Aas, Anis, erboſen, Fasnacht loder mit Anlehnung an Faſte Faſtnacht, nur nicht Faßnacht), Flaus,(der, die) Geiſel, Griesgram, Iltis, los, Loſung(Parole), Mus, Gemüſe, nieſen, Preis, Prei⸗ ſelbeere, Reis, Vlies, Verlies, naſeweis, weismachen, Schleuſe.
Anm. Beſſer iſt der Komparativ vom veralteten baß, ahd. mhd. baz, Komparativ goth. batiza, ahd. begiro, mhd. bezzer, Superlativ goth. batists, ahd. bezist, mhd. begzist und(durch Ausſtoßung des Zzi, zi vor st) best. So könnte es auch gröſt heißen, mhd. gröôz, groeger, groezist, groezest, groest, iſt aber nicht in Gebrauch gekommen, während beſt durchgedrungen iſt und ſchwerlich mehr dem hier und da verſuchten beßt weichen wird.— Bißchen iſt eigentlich Diminutiv von Biſſen, Biſſe, mhd. bizze, ahd. bigzzo.— Weißagen iſt ahd. wizagon von wizac, alſo keine Zuſammenſetzung, doch ſchon mhd. wissagen neben wizagen.— Des-—, wes- find die alten Genitive, die ſtärker betont und darum deß—, weß— geſchrieben wurden, woraus endlich die Formen deſſen, weſſen erwuchſen. Dieſes iſt mhd. diz, diz, ditz, dits. Gegen Ende des 14. Jahrh. zeigt ſich diſes, wodurch das Pronomen dem Adjektiv völlig gleich wird. Im 15. Jahrh. findet ſich ditz, dis, diß, diſes, im 16. Jahrh. diſes, dieſes, dies, dis, diß, ditz, im 17. Jahrh. diſes, dieſes, dis, diß, dieß, bei Stieler(1691)„dieſes et diß, non dieß, quia sonus repugnat.“ Leſſing(† 1781) hat noch diß, Jung⸗Stilling(½ 1817) dis. „Jetzt, nachdem man ſich für ie entſchieden hat, ſchreibt man beſſer dies als dieß.“ J. Grimm.— Aus sclusa(in der lex salica 25, ſ. Graff VI, 814) d. i. exclusa, franz. écluse, gieng die nhd. ſchon bei Stieler vorkommende Form hervor, niederd. slüs, holländ. sluis, engl. sluice, dän, sluse. Ich habe in meinem onomatiſch. Wörkerbuch S. 998 Schleuße vorgezogen, geſtützt auf die von Ziemann angeführte, aber bis jetzt nicht nachgewieſene mhd. Form sliuge. Wurzelverwandtſchaft zwiſchen ſchließen(ahd. sliu- zan) und lat. claudere iſt wol nicht in Abrede zu ſtellen.
III. Große Anfangsbuchſtaben.
§. 39. In dem beſtehenden Gebrauche der großen Anfangsbuchſtaben herrſcht große Un⸗ ſicherheit; daher in neueſter Zeit das Streben ſie zu mindern, oder eigentlich bis auf wenige Ausnahmen zu tilgen.
Der große Anfangsbuchſtabe dient zunächſt dazu, den Beginn der Sätze und Verſe, dann aber Eigennamen hervorzuheben. So wird er allenthalben in griechiſchen, lateiniſchen, franzö⸗ ſiſchen, engliſchen Büchern, auch in deutſchen Handſchriften des 15., zum Theil des 16. Jahrh. gebraucht. Im Laufe des 16. Jahrh. dringt in unſere Drucke immer mehr der ſchon hier und da im 13— 14. Jahrh. vorkommende große Buchſtabe im Anfang der Subſtantive ein: außer den Eigennamen verlieh man ihn erſt den Appellativen, allmählich ſächlichen und abſtrakten, endlich allen Subſtantiven und ſubſtantiviſch gebrauchten Wörtern.— Ganz zu verdrängen iſt der große Anfangsbuchſtabe nicht, wol aber auf folgende Fälle zu beſchränken:
1) auf den Anfang eines Satzes, eines Verſes, einer direkt angeführten Rede;
2) auf alle Subſtantive und zu Subſtantiven erhobenen Redetheile und Wörterverbindungen;
3) auf die von Eigennamen der Perſonen abgeleiteten Adjektive;
4) in Briefen auf die Pronomina, welche ſich auf den Angeredeten beziehen;
5) auf manche Kanzleiformen, wie Herzoglich Naſſauiſche Landesregierung.
IV. Grammatiſche Kunſtausdrücke.
§. 40. Ein wahrer Wirrwarr herrſcht im Gebrauche der grammatiſchen Kunſtausdrücke, beſonders in jenen Lehrbüchern, welche für die Elementarlehrer und Elementarſchulen verfaßt ſind. Schulinſpektoren und Lehrer an Seminarien, Gymnaſien ꝛc. haben ihre liebe Noth bei
Prüfungen, um aus der großen Reihe von mitunter ſehr wunderlichen Namen herauszurathen,


