6
arcora, ernet und erne, asch, aspe und espe, esterich, estrich und estrich, gaebe und gibe, héher, hallaere, häller und heller, hermelin, larche, lerche und lerchboum aus lat, larix, swéher, widerspenig und wider- spänec, stengel, uberswenclich von der uberswanc, welhisch, welsch und wälsch; ermel, gebaerde und geberde, hering, namelich, namlich und nemelich, schedel, schamel und schemele, staetis von staete und stéte, staetec.— 1 8 Anm. 2. Ueber echt ſind die Anſichten verſchieden; man mag aber an ahd. eht Habe, Eigenweſen (goth. aiht Habe), oder an mhd. eht Ehe anlehnen, immerhin wird echt, nicht ächt zu ſchreiben ſein.— Eltern iſt eigentlich der Komparativ von alt, der mhd. elter lautet; gegenwärtig ſteht Eltern ziemlich feſt neben dem eig. Komparativ die Altern, Altexren d. i. ältere Perſonen.— Mergeln leiten Einige vom Subſt. Mergel, Andere von ahd. marc, marag d. i. Mark ab.— Wehrwolf(mhd. wörwolk, engl. werewolf) iſt ein Menſch(goth. vair, ahd. mhd. wör, lat. vir), der ſich nach der Mythologie und dem Aberglauben in einen Wolf verwandeln kann.— Gränze findet ſich erſt im 14. Jahrh. in der Nähe pol⸗ niſchen Landes und im 15. Jahrh. als Grenitz, Grenicz, Gränitze, Grentze, Grentz ſchon geläufig, poln. granica, ruſſ. graniza, böhm. hranice, abgeleitet von poln. gran, ruſſ. gran', böhm. hrana Ecke. Das ältere deutſche Wort für Gränze war Mark.— Krämpeln iſt von mod. krempel, Diminutiv von krampe gebildet.— Für trätſchen ſagt die Volksſprache auch tratſchen. 1 ua2 §. 13. ö iſt meiſt Umlaut des o, einigemal auch des a, wo es zuerſt in der Ausſprache und dann auch in der Schreibung von e abgewichen iſt, z. B. Hölle, ſchwören, zwölf. Einigemal ſteht ö für älteres ü, z. B. König, möglich. Alle dieſe Formen ſtehen heute feſt, ſo ſehr ſie früher geſchwankt haben. ſ 3 Anm. Die angeführten Wörter ſind goth.: halja, svaran, twalif; ahd.: hellia, swerjan, zwelif, kuninc und kunig; mhd. helle, swern, zwelf, künic und künec, mügelich. §. 14. ü und i ſchwanken älternhd. ſehr, heute nur noch in wenigen Wörtern. Gebirge und Hilfe ſind der älteren Sprache gemäß. Würken ſteht der goth. Form (Vaürkjan) näher als das heute gebräuchlichere wirken; doch ſchwanken die Formen ſchon ahd. und mhd. Giltig verdient den Vorzug vor gültig, da das Wort ſchwerlich von Gülte, ſondern vom alten Infinitiv(Präſens) gebildet iſt, wie beißig(mhd. bizec) von beißen, Hilfe von helfen, Binde von binden, Leſe(Weinleſe) von leſen. Sprichwort ſtellt ſich zu Hilfe; der Umlaut(Sprüchwort) iſt falſch, wenn man das Wort an Spruch anlehnt(pgl. Spruchbuch, Spruchreim, ſpruchreif), auch enthält nicht jedes Sprichwort einen Spruch, noch weniger mehrere Sprüche.— Ausfindig, ſpitzfindig, Findling laſſen ſich von finden bilden(vgl. beißig, bärbeißig), man kann aber auch an die älter⸗ nhd. Ausfund, Spitzfund, Fundkind(mhd. funtkint) denken und ſo ü für i ſchreiben; doch verdient die Schreibung mit i den Vorzug. Fliſtern, ſprützen, Tüttelchen ſind beſſer als flüſtern, ſpritzen, Tittelchen. In Würde, würdig, ſchlüpferig ſteht ü für früheres i feſt.— Für die hier und da ſich findenden bezüchtigen, kützeln, Küt⸗ tel, ſchwürig, verdrüßlich, ſchlüßlich(von verdrießen, ſchließen, nicht von Verdruß, Schluß) iſt bezichtigen, kitzeln, Kittel, ſchwierig, verdrießlich, ſchließlich, für Knittel und Kiſſen iſt Knüttel und Küſſen, für biegeln(platt⸗ deutſch bögeln) iſt bügeln zu ſchreiben(von Bügel wegen der Krümmung, Bogengeſtalt). Liederlich und lüderlich ſ.§. 18.——
Anm. 1. Die angeführten Wörter ſind ahd.: gibirgi, hilfa und hölfa, einmal hulfa, wirkan, wir- ken und wurchen; fiistrjan liebkoſen, ſchön, zärtlich thun, woher die ſpätere(ſchon im 15—16. Jahrh. ge⸗ bräuchliche) Bedeutung, die spruzze und sprizza, wirdi, wirdic, slöffar, slöfar und sléffur; die beziht An⸗ ſchuldigung, chizilon, zuweilen chuzilèn(angelſächſ. citelan, altnord. kitla); chnuttil und chnutil, cussin, chussin und chussi(aus ital. cuscino, franz. coussin);— mhd.: gebirge(älternhd. auch das Birge, Birg), hilfe und hélfe, wirken und wurken, sprichwort(spriche das Wort und ich ſpreche, niederd. sprekword, boll. spreekwoord); die spritze und sprutze; wirde, wirdec, slipfec, slipferc, sléffer und slépfer; kitzelen, kittel, swirec, der verdriez(holl. das verdriet, verdrietelijk), knüttel und knütel, küssen und kiisse.
Anm. 2. Moͤd. gältic giltig, ſo das gölt(Erſatz) geleiſtet wird(vgl. unentgeltlich); gültic Gülte(Abgabe, Steuer) leiſtend.— Ahd. iſt das tuttili, mhd. tüttelin, tüttel das Verkleinerungswort von


