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ſchen. Unſere neueren dentſchen Wörterbücher führen mitunter die alt⸗ und mittelhochdeutſchen Formen an, nicht ſelten jedoch ſehr ungenau, z. B. K. Schwenck und W. Hoffmann.
Anm. 1. K. Weinhold: Ueber deutsche Rechtschreibung. Wien 1852.— K. G. Andre- sen: Ueber deutsche Orthographie. Mainz 1855.— Regeln und Wörterverzeichnis für deutſche Recht⸗ ſchreibung. Gedruckt auf Veranſtaltung des Königlichen Ober⸗Schulcollegiums zu Hannover. Clausthal 1855. (Zum größten Theil ein Werk des Direktors Hoffmann in Lüneburg.)— Dr. Sanders: Katechismus der deutſchen Orthographie. Leipzig 1856.— Chr. Michaelis: Wörterbuch zur deutſchen Rechtſchreibung. Berlin 1856.— Ruprecht: de deutſche Rechtſchreibung. Göttingen 1857.— Klaunig: Uber die deutſche Rechtſchreibung vom wiſſenſchaftlichen Standpunkte. Leipzig 1857. Anm. 2, Ueber den fremden namen, welcher im titel steckt, bedarf es einer erklärung.„Recht- schreibung gilt Heute als gewöhnlicher ausdruck, nicht so sehr in mündlicher rede als in büchern und chriften; hier ist mit absicht„orthographie“ gewählt worden. Zwar übersetzt„rechtschreibung“ wört- lich genug, erreicht aber nicht die ganze bedeutung, deren der fremde wissenschaftliche name fähig ist.(Dass sich von„rechtschreibung“ kein adjektiy wie vorthographisch“ bilden lässt, kann hier ganz bei seite bleiben.) Unter orthographie wird auch wortschreibung überhaupt verstanden, sie sei guüt oder nicht gut; und wie die französische grammatik von„mauvaise orthographe“ redet, ebenso mag im deutschen„schlechte, falsche, tadelnswerthe, willkürliche, sonderbare, unhistorische orthographie“ gesagt werden. Hingegen muss es anstoss erregen, wenn dafür„rechtschreibung“ eintreten soll.“ Andresen.
1. Verdoppelung des Vokals.
§. 1. Ahd. finden ſich hier und da aa, ee, li, 00, uu für die organiſchen(alten) Längen 4, 6, 1, 5, d, z. B. iaar, see, miin, root, huus; mhd. iſt dieſe Schreibweiſe außer Gebrauch; ſpätermhd. und älternhd. finden ſich ee, ii für é,, z. B. seer, büi. Im 15. Jahrh. neh⸗ men dieſe Verdoppelungen zu, im 16—17. Jahrh. überhand, wo ſich ſogar wieder un findet, . B. raathen, Schaaf, Schlaaf, ſchweer, ſeer, eerlich, bequeem, hooch, Trooſt, Ambooß, floog, fldoß, Bluut, Schuule, Betruug, Armuut.— Für die unorganiſche(allmählich eingetretene) Verlängerung des früher kurzen Vokals finden ſich erſt im 15. Jahrh. aa, ee, und da noch ſelten, z. B. Haabe, Graab, Schaar, Haan, Schaale, Heer, Gebeet, Meel; oo erſt im 17. Jahrh., z. B. Hoof, Loob, Knoob⸗ lauch, aber auch Frooſch, foort, Frooſt; ii und un gar nicht. S. 2. aa wird heute noch allgemein in folgenden Wörtern geſchrieben: Aal, Saal, Aar, Haar, Aas(Leiche), Aaß(Futter), Saat und in dem fremden Staatz; nicht mehr allgemein in: bar, Par(par), Schaxr(Menge und Pflugſchar), Star(Vogel und Augen⸗ krankheit), Ware,(die, das) Maß(Maaß, Maas) und in dem fremden Czar. Der Um⸗ laut von aa wird ä geſchrieben, alſo Saal, Sälchen.
Anm. Die angeführten Wörter ſind, ſo weit ſie ſich in früherer Zeit nachweiſen laſſen, ahd.: al, sal, aro, här, âs, àz, sàt; bar, par, scara, staro, die maga, das méz; mhd.: àl, sal, ar, här, às, à ⅞, sat, stat; bar, par, scar, Star, ware, die maze, das mög. Czar(Luſſ. Kaiſer) iſt ruſſ. Zar, poln. car(ausge⸗ ſprochen tschär), gekürzt aus latein(cesar), caesar- 1 ich1 §. 3. ee wird heute noch allgemein geſchrieben in: Klee, Schnee, See, Seele,
Heer, leer, Meer, verheeren, Beet; in den niederdeutſchen Geeſt(Gegenſatz von Marſchland), Lee(vom Wind abgewandte Seite eines Schiffes), Reep(Strick) und Theer;
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