d) Körperübungen.
Auch dieſem Bedürfniſſe war im verwichenen Schuljahre auf liberale Weiſe vorgeſorgt worden durch die vollendete Einrichtung des Turnplatzes und den Beginn der Uebungen. Die Anordnung der erſtern beſorgte im Auftrage Herzogl. Landesregierung Hr. Prof. Cuntz vom Gymnaſium in Wiesbaden, der zu dieſem Zwecke wiederholt hier verweilte. Die Ausführung des Planes beaufſichtigte der Turnlehrer Hr. Almenräder von Wiesbaden, der gleich⸗ zeitig die Vorturner einübte, ſo daß nach deſſen Entlaſſung im Beginn des Winterſemeſters die eingeleiteten Maſſenübungen nicht ohne allen Erfolg, ſo lange die Witterung es geſtattete, fortdauern konnten. Die Einrichtung des Platzes ſelbſt verdient und findet allgemeine Anerkennung. Für die Folge iſt ein beſonderer Lehrer für die gymnaſtiſchen Uebungen in Ausſicht genommen, unter deſſen verſtändiger Leitung ſie einfach und zweckmäßig ihren heilſamen Erfolg nicht verfehlen werden. Als Ergänzung dazu fanden die gewöhnlichen Bad⸗ und Schwimmübungen im Elbbache unter Leitung des Badeaufſehers und Schwimmlehrers J. C. Wagner wie vordem Statt.
Von Ende Juli bis Anfang September hatte der Gymnaſialreitlehrer Stroh von Weilburg, der auch unſerm Gymnaſium als ſolcher für die Folge zugetheilt iſt, den erſten Reiteurſus dahier gehalten mit 8 Schülern aus den beiden oberſten Claſſen. So iſt für die Folge auch dieſem Bedürf⸗ niſſe vorgeſehen.— Einen Curſus im Tanzen eröffnete mit Genehmigung Hoher Behörde Tanzlehrer Liebich von Weilburg im Winter für 24 Schüler der obern Claſſen des Gymnaſiums.
e) Bibliothek.
Die Geſchäfte der Bibliothek verſah in der im vorjährigen Programm angeführten Weiſe der Gymnaſialbibliothekar Prof. Kehrein mit ge⸗ wohnter Sorgfalt und Treue. Ein Wechſel des betreffenden Locales, der durch die Beſchränktheit und ungeſunde Beſchaffenheit des bisherigen in der Directorialwohnung unabweislich wurde, iſt durch die Vollendung der Schul⸗ bauten nunmehr ermöͤglicht, und ſoll die Transferirung der immer mehr an⸗ wachſenden Bücherſchätze in zwei Zimmer des neuen Schullocales nach An⸗ fang des nächſten Sommerſemeſters geſchehen.
f) Privatunterricht.
Der Privatunterricht beſchränkte ſich auch wie im verwichenen Jahre nur auf Fortbildung in Gegenſtänden der äſthetiſchen Bildung oder des techniſchen Bedarfs, und war nur in einzelnen individuell motivirten Fällen auf Gegen⸗


