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Um einer zu großen Beſchäftigung der jüngeren Schüler der 4 Unter⸗ claſſen zu Hauſe vorzubeugen, wurde theils in der Behandlungsweiſe der Lehrſtoffe in der Claſſe die geforderte Rückſicht genommen, theils wurden eigene Arbeits⸗ und Nachhilfeſtunden von den betreffenden Ordinarien für die ganze Claſſe oder einen Theil derſelben gehalten. Es betrugen dieſe in VIII. und VIlI. wöchentlich 2 St. unter Conrector Bill und Collaborator Dr. Becker, in VI. und V. je eine Stunde unter Leitung der Collaboratoren Colombel und Gallo.
Bei freiwilliger Theilnahme hatte für III. Prof. Bellinger eine Nachhilfeſtunde woͤchentlich angeordnet, die von 16—20 Schülern dieſer Claſſe beſucht wurde. In gleicher Form hielt Prof. Rotwitt in I. Geſchichts⸗ vorträge in 1 wochenilichen Stunde, woran die ganze Claſſe Antheil nahm. Die Leitung und Controlle der Privatlectüre der Primaner im Lateiniſchen und Griechiſchen beſorgte in wöchentlichen beſondern Stunden der Ordinarius Kreizner; in I. und II. im Deutſchen und in IV. im Lateiniſchen ebenſo Prof. Kehreinz in andern Fächern, ſo wie in den übrigen Oberclaſſen wurde ſie mit dem öffentlichen Unterricht in Verbindung geſetzt und von den ent⸗ ſprechenden Lehrern in Ordnung und Gang gehalten.
Außerordentliche Zeichenſtunden für Schuͤler der obern Claſſen hatten im Sommer wöchentlich je 2 Statt, und wurden zahlreich beſucht.— Für Fort⸗ bildung im Geſang hatten ſich aus den mittlern und obern Claſſen des Gym⸗ naſiums 2 Sängerchöre gebildet, die das ganze Jahr hindurch unter Leitung des Geſanglehrers Weppelmann wöchentlich je 1 Uebungsſtunde hatten, worin auch der Kirchengeſang ſeine Berückſichtigung fand. Ein Verein für Inſtrumentalmuſik beſtand unter Privatmuſiklehrer Spies, der die zeitweiligen Geſammtübungen leitete und im Sommerſemeſter für freiwillige Theilnehmer aus den Oberclaſſen Vorträge über muſikaliſche Theorie hielt in wöchentlichen 2 Stunden.
Von der im Studienplan geſtatteten Befreiung vom Griechiſchen machten 3 Quintaner, die ſich gewerblichen Fächern widmen ſollen, Gebrauch und wurden in entſprechenden Lehrgegenſtänden der zunächſt obern oder untern Claſſen gleichzeitig beſchäftigt.— Die Arbeitstage, welche zunächſt der Prima eingeräumt wurden zur Fertigung größerer zuſammenhängender Aufgaben oder zur Privatlectüre in größerem Umfange, wurden angeordnet nach dem Be⸗ dürfniß der Claſſe und gewöhnlich auf Tage verlegt, deren Nachmittage ſchul⸗ frei ſind. Eine Reviſion der im Allgemeinen bezeichneten Thätigkeit der Schüler hatte durch Hausbeſuche Statt von Seiten des Ordinarius und derjenigen Fachlehrer, deren Lectionen ausgefallen waren. Ihr Einfluß auf Richtung und Bildung der Caaſſe ließ ſich nur als förderlich erkennen.
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