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der Schreib⸗ und Ausdrucksweiſe des Originals gehaltenen Auszug hier mit⸗ zutheilen mir erlaube. ³²)
Der ganze wiſſenſchaftliche Unterricht wird in einem Zeitraum von 6 Jahren vollendet. Der Unterricht und die Lehrgegenſtände ſind alſo in 6 Klaſſen vertheilet, wovon 4 für die ſ. g. untern Schulen, und 2 für den philoſophiſchen Kurs beſtimmt ſind. In den 4 untern Klaſſen wird der Unterricht von 2 Profeſſoren und 3 Unterlehrern, in den 2 philoſophiſchen von 2 Profeſſooren ertheilt. Der Unterricht wird für alle Klaſſen und in allen Lehrgegenſtänden unentgeldlich ertheilt. Hauptgegenſtände des Un⸗ terrrichts ſind folgende: deutſche, lateiniſche, griechiſche und franzöſiſche Sprache; Religion, Geſchichte, Geographie, Mathematik, ſchöne Wiſſenſchaften, Pſycho⸗ logie, Logik, Metaphyſik, Moralphiloſophie, reine Mathematik, Naturlehre, Vokal⸗ und Inſtrumentalmuſik und Zeichenkunſt. 3³³)
Die Zeit, welche dem Unterrichte gewidmet iſt, ſind alle Tage der Woche, nur den Sonntag, Mittwoch ganz, und den Samstag halb ausge⸗ nommen. Dennoch werden die Scholaren auch an dieſen Vakationstagen durch Ueberſetzungen, und Verfertigung proſaiſcher und poetiſcher Aufſätze nützlich beſchäftiget. Zudem ſind Mittwochs 3 Stunden theils den Repetitionen, theils wiſſenſchaftlichen Vorträgen, welche die Unterlehrer beſorgen, gewidmet. Sams⸗ tags Abends wird ebenfalls 1 Stunde für einen Lehrgegenſtand, die andern
²²) Bei Entwerfung des neuen Lehrplans beachtete das geiſtliche und Ehegericht in Dil⸗ lenburg beſonders das ſchon mehrmals genannte„Promemoria“ des Prof. Dresler, die „Grundlinien eines Planes zur Einrichtung eines Gymnaſiums zu Hadamar“ von Paſtor Bauſch und die„Churtrieriſche Schul⸗Ordnung für die latein. Claſſen.“ Im Programm von 1797 ſind einzelne Lehrgegenſtände etwas erweitert, was ich oben in dem Auszug mit⸗ berückſichtigt habe.
³³) Man findet in neueren Programmen zuweilen die falſchen Formen Zeichnenkunſt, Zeichnenlehrer ſtatt Zeichenkunſt, Zeichenlehrer. Zeichnen ſteht für zeiche⸗ nen, goth. täiknjan, angelſächſ. tœknjan, taknjan, altnord. teikna, althochd. zeihhanjan, zuſammengezogen zeihnan, mittelhochd. zeichen für zeichenen(bpracterit. zeichente). Bei der verbalen Zuſammenſetzung fällt die Infinitivendung—en weg, alſo zeichn—, was dann in das urſprüngliche zeichen— aufgelöſt wird, und ſo Zeichenkunſt ꝛc. gibt. Zeich⸗ nenlehrer d. i. Zeichenenlehrer iſt ſo richtig,(d. h. falſch) wie etwa Schrei⸗ benlehrer, Schwimmenlehrer. Göthe,(Wahrheit und Dichtung 4. B.) ſagt:„den Unterricht eines Zeichenmeiſters.“ In den Tag⸗ und Jahresheften von 1797 ſagt er: „Die Zeichenſchule erhält neue Anregung.“ Adelung, Campe, Heinſius, Schmitt⸗ benner, Weigand haben in ihren Wörterbüchern nur Zeichenlehrer ac. Siehe weiter Grimm II, 678 f. Weigand: Wörterbuch der deutſchen Synonymen Nr. 2309 und meine Grammatik I. 2,§. 244.


