Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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Weltgeiſtliche K. F. Piſtor ²⁵⁶) zum vierten Lehrer, und zwar beide letztere jeder mit einem Gehalt von vier hundert Gulden ernennet und einbe⸗ rufen, auch ihnen neben der freien Wohnung in dem Jeſuiten Gebäude die vorgeſchlagene Quantität von Brandholz ²⁷), in ſo ferne es die zu dem Fonds gehörige Waldungen ertragen können, verwilliget werde. Es haben jedoch der Schul⸗Director Bauſch und Subregens Gecks ſich bis dahin, daß ihnen nach Abgang des Paſtors Weimar ²⁸) die beide Hadamariſche Stadt⸗Pfarren übertragen werden können, erſterer mit ſieben hundert, und letzterer mit fünf hundert und fünfzig Gulden ſich zu begnügen.

Ferner genehmigen Wir, daß dem Stadtſchulmeiſter Feiner zu Hada⸗ mar, welcher die Schuljugend zur Aufnahme in das Gymnaſium vorzubereiten hat, unter den in§. 9. eures Berichts angedeuteten Bedingungen ²⁴) eine jährliche Beſoldung von vierzig Gulden zugeleget, und dem Magiſter Schneider wegen ſeiner Anſtalt zu Bildung der Schulmeiſter die bisher angewieſene jährliche fünf und zwanzig Gulden fernerhin ausbezahlet, auch der Mahler Rumpf als Zeichenmeiſter bei dem Gymnaſio mit der ihm zugebilligten jährlichen Beſoldung von achtzig Gulden beibehalten werden ſolle.

Nicht weniger approbiren Wir gnädigſt, daß dem Rentmeiſter Stahl zu Hadamar die Stelle eines Schulrentmeiſters mit einem feſten jährlichen Ge⸗ halt von zwei hundert Gulden übertragen; der Strumpfweber Heſſen⸗ höfer ³⁰) mit einer Jahrsbeſoldung von fünfzig Gulden zum Schulpe⸗ dellen und Sacriſtan bei der Schul⸗Kirche angeſtellet; und endlich dem Anton Scheuer zu Hadamar die Stelle eines Muſickmeiſters bei dem Gymnaſio mit fünf und ſiebenzig Gulden, die eines Organiſten mit fünf und zwanzig Gulden, und die eines Franzöſiſchen Sprachmeiſters mit ein hundert Gulden conferiret, und ihm ſomit durch dieſes Gehalt von zwei

2²6) Piſtor, damals noch nicht Geiſtlicher, wußte, trotz aller Mahnung, ja Klage des Directors und des Stadtmagiſtrats, ſeinen Eintritt in den geiſtlichen Stand immer hinaus⸗ zuſchieben und endlich ganz zu unterlaſſen.

27) Nämlich dem erſten Hauptlehrer 4, den übrigen 3 Klafter.

2²⁸) Der Name wird ſonſt Weimer geſchrieben.

2⁰) Daß nämlich der Schullohn der Schüler von 6 fl. auf 3 fl. heruntergeſetzt werde; daß, wenn ein fähiger Kopf aus der Klaſſe der Armen zum Studieren zugelaſſen wird, er dieſem den Unterricht unentgeltlich ertheile; und daß er endlich unter der Aufſicht des Schul⸗ direktors ſtehe und in den Lectionen und der Lehrmethode deſſen Vorſchriften befolge.

3⁰) Sonſt Heſſenhover geſchrieben.