dem Staat keine Laſt. Endlich kommt zu dieſen Betrachtungen die entſchei⸗ dende Betrachtung der Verſehung des Gottesdienſtes in der Stadt Hadamar hinzu. Bisher ſind zwey Stadtpfarrer daſelbſt aus den Jeſuiter Gefällen be⸗ ſoldet worden. Die Stadt Hadamar ſollicitirt ſehr um wieder Herſtellung des Gottesdienſtes in der Jeſuiter Kirche. Dieſe Stellen, welche drey Männer erfordern würden, können ſämmtlich von den Schul⸗Lehrern, wenn ſie Geiſt⸗ liche ſind, verſehen werden. Der erſte und der zweite Lehrer beſorgen das Amt der Stadt⸗Pfarrer. Die beyde Pfarrbeſoldungen fallen alsdann weg. Der Fonds wird erleichtert, und man kann den Lehrern ihren Gehalt merck⸗ lich verbeſſern, und ſich dadurch die Leichtigkeit verſchaffen, immer tüchtige Männer zu finden. Die beyde jüngſte Lehrer verſehen den Gottesdienſt in der Schul⸗ oder ehemaligen Jeſuiter Kirche. Die Stadt erreicht ihren Wunſch, und dieſe Männer haben Gelegenheit ſich im Geiſtlichen Amt zu üben.“
Folgendes Decret des Prinzen Wilhelm von Oranien vom 6. September 1792 führte endlich die neue Schule ins Leben:
Von Gottes Gnaden Wilhelm Prinz von Oranien, Fürſt zu Naſſau, Graf zu Catzenellenbogen, Vianden, Dietz, Spiegelberg, Büren, Leerdam und Cuylenburg ꝛc. ꝛc.
Wohlgebohrne, Wohledle, Edle, Veſt und Hochgelehrte, Liebe Getreue! Wir haben Uns vortragen laſſen, was ihr unterm 11. Julius wegen einer zu Hadamar aus dem Revenüen⸗Fonds des ehemaligen daſigen Jeſuiten Col⸗ legii zu errichtenden lateiniſchen Schul berichtet habt, und unverhalten euch darauf zur Reſolution gnädigſt, daß Wir die deshalb von euch geſchehene, auf den von dem geiſtlichen und Ehegericht darüber vorläufig gemachten Plan gegründete Vorſchläge, ihres ganzen Inhalts genehmigen.
Zu dem Ende wollen Wir, daß bei dieſem Inſtitute vier Lehrer, wovon die beiden erſten zugleich den Gottes⸗Dienſt in der Stadt⸗Kirche, die beiden letzteren aber den in der ehemaligen Jeſuiten, nunmehrigen Schul⸗Kirche zu verſehen hätten, mit dem Character als Profeſſoren angeſtellet, und der Paſtor Bauſch zu Hadamar zum Schul⸗Director und erſten Lehrer mit acht hun⸗ dert Gulden Gehalt, der Unterlehrer J. E. Gecks zu Coblenz zum Sub⸗ regens und zweiten Lehrer mit einem Gehalt von ſechs hundert Gulden, der Weltgeiſtliche Jacob Schoot ²⁵) von Steinbach zum dritten und der
²⁵) Der Name wird verſchieden geſchrieben. In einem Brief an den Paſtor Bauſch vom 26. Auguſt 1792 ſteht die Unterſchrift J. Schoth. Unter einer Conduitenliſte vom 16. September 1798 ſteht: Haec attestor Jacob Schoth.
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