Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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rinn Berathſchlagungen über einzuführende Ordnungen, über ab⸗ oder zuzu⸗ gebende Zeitverwendung auf gewiſſe Gegenſtände u. dgl. vorkommen.

c) Aus den vierteljährig vorzunehmenden Privatprüfungen, und den halbjährigen öffentlichen ſolchen Prüfungen.

Bey der Direktion würde ich, um das Gefühl der Ehre und Freiheit der, obwohl mir untergeordneten Lehrer zu ſchonen, nur mit denſelben im Tone des freundſchaftlichen Rathes, oder Vorſchlages mit beygefügten Grün⸗ den, reden, und nur dann Befehle ertheilen, wenn ſie mir von höheren Orten zugekommen wären.

Dieſe Unterhandlung führte jedoch nicht zum Ziele, man drang vielmehr darauf, daß Director und Lehrer Geiſtliche ſein ſollten. Hierüber heißt es in einem von Profeſſor Dresler in Herborn ausgearbeiteten ausführlichen Promemoria vom 2. Juni 1792:Dieſe vier Lehrer dürften unſeres Er⸗ meſſens ſämmtlich aus dem geiſtlichen Stand zu wählen ſeyn. Ueberwiegende Gründe rathen dieſe Entſchlieſſung an. Weltliche Lehrer dürften ſchwer zu erhalten ſeyn, weil in der katholiſchen Religion nur Geiſtliche ſich den Schul⸗ wiſſenſchaften wiedmen. Eine Vermiſchung von weltlichen und geiſtlichen Leh⸗ rern würde allerley Anlas zu Mishelligkeiten geben. Der Geiſtliche würde weder unter der Aufſicht noch unter der Direction des weltlichen Lehrers ſtehen wollen. Rang und Vorzug des Standes würde ſich ins Spiel miſchen. Die Ungleichheit des Standes würde Erinnerungen und Ermahnungen, wech⸗ ſelſeitige Belehrungen entweder unterdrücken, oder fruchtlos und zu Anläſſen von Zwietracht machen. Harmonie der Lehrer, die Seele des Inſtituts, läſſet ſich bey einer Vermiſchung des Standes nicht erwarten. Aus der Wahl welt⸗ licher Lehrer würde Verlegenheit der Wohnungen entſtehen. Vier Haushal⸗ tungen mit Frau, Kinderen und Geſind, können in dem Reſidenz⸗Haus nicht untergebracht werden. Sie müſten in die Stadt vertheilt werden. Dieſes verurſachte Koſten, und der Vortheil des Hauſes, ſo wie die oben angeführte Vortheile der Zuſammenwohnung 2²¹) der Lehrer giengen verlohren. Welt⸗ liche Lehrer würden einen weit beträchtlicheren Gehalt erfordern, als Geiſt⸗ liche, und dennoch kümmerlicher leben. Die Verſorgung der Wittwen, die Verſorgung der Kinder, ſind ebenfalls eine Betrachtung von Gewicht. Ein Geiſtlicher iſt nicht von Erziehungs⸗Sorgen, von häuslichen Sorgen geplagt. Er kann ſich ſeinem Amt ungeſtöhrt wiedmen. Stirbt Er, ſo hinterläßt Er

2⁴) Nämlich wechſelſeitige Unterſtützung, Rathserholung, Nachhilfe in den wiſſenſchaft⸗ lichen Talenten, Wetteifer im Amt, wechſelſeitige Aufſicht, die Folgen des Beiſpiels, ge⸗ ringerer Aufwand der häuslichen Einrichtung und bequemerer Gebrauch der Bibliothek.