dieſer Anſtalt ¹), und weiſen andererſeits auf die Blüthe hin, die ſie all⸗ mälich gewann. ¹⁹)
Für die örtlichen Verhältniſſe mag nicht unerwähnt bleiben, daß die Gruͤndung der Kapelle auf dem Herzberg 20),„alwo die Studenten ihren Spielplatz haben“, auf den 10. März 1675 fällt.
Im Jahr 1738 vermachte Franz Joſeph von Hungrighauſen, Ca⸗ nonicus zu St. Guido in Speier, den Jeſuiten dahier 36,000 fl., wenn ein neues Kloſter gebaut würde. Da Verwandte des Erblaſſers Einſprache thaten, ſo kam es zum Proceß. Am Reichskammergericht zu Wetzlar wurde die Sache am 1. September 1741 zu Gunſten der Jeſuiten entſchieden. Durch dieſes
und Geiſter allenthalben vorgeſtellt werden. Künſtliche Feuer, Knallröhren, Finſtergänge und überhaupt Waffengebrauch, dürfen durchaus nicht angewendet werden, außer mit Er⸗ laubniß des Obern, wenn die Beſchaffenheit des Gegenſtandes und irgend eine wichtigere Urſache etwas Solches fordert. Endlich muß man auch dieſes verhüten, daß, wenn von den Rhetoren oder Poeten ein Drama aufgeführt wird, ſolches über anderthalb Stunden hinaus⸗ gezogen werde. In den übrigen Claſſen dürfen nur einige kürzere Dialogen gegeben wer⸗ den; eine Scene aufzuführen, dazu wird nur ſelten Erlaubniß gegeben. In Allem iſt näm⸗ lich Maß zu halten, und man muß dieſe Art Spiele, wenn ſie auch noch ſo erudit ſind, und zur Verherrlichung der Wiſſenſchaft noch ſo viel beitragen, nicht ſo geſchehen laſſen, daß wir, während wir der Volksgunſt huldigen, unterdeſſen die Schule zu nachläſſig treiben.“
¹⁸) Darunter die einzelnen Glieder der fürſtlichen Familie, mehrere Kurfürſten von Trier, die gräfliche Familie von Walderdorff auf Molsberg u. A.
¹²) So wird, z. B. im Jahre 1673 erwähnt, daß ſelbſt Nichtkatholiken die Leiſtungen der hieſigen Jeſuitenſchule als ganz vorzüglich anerkannten, und öffentlich ausſprachen, daß die hieſige, damals allerdings noch nicht zahlreich beſuchte Anſtalt dem bevölkerten Gymna⸗ ſium zu Herborn vorangeeilt ſei, und daß, ſtände die Religion nicht im Wege, man nicht abgeneigt wäre, ſolchen Lehrern, wie Muſſet, Collart, Sittart, die Anſtalt in Her⸗ born anzuvertrauen.— Auf ähnliche lobende Weiſe hatte ſchon früher(1656) der Kurfürſt von Trier ſich geäußert bei der Aufführung eines Schauſpies:„Se a pleno amploque gym- nasio plus exspectare non posse.“
2²⁰) Der Berg hieß früher Hirſchberg(hirzberg, hirzberg, mons cervinus), weil ein Hirſchgehege darauf war. Am 15. September 1695 ſtarb Franz Bernhard, Johann Ludwigs Sohn, Domprobſt in Cöln ac., Verwalter des Fürſtenthums Hadamar während der Minderjährigkeit des Fürſten Moriz Heinrich, ein Wohlthäter der Armen und Unter⸗ ſtützer talentvoller ſtudierender Jünglinge. Sein Herz wurde in einer ſilbernen und ver⸗ goldeten Kapſel in der von ihm erweiterten und verſchönerten Kapelle beigeſetzt, die von nun an allmälich den Namen Herzbergkapelle erhielt.


