Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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ſeiner Schüler zu wecken und zu nähren, und beſonders darauf zu dringen, daß ſie täglich durch Leſung eines frommen Buches Geiſt und Herz eine Zeit lang ausſchließlich mit göttlichen Dingen beſchäftigten.

Die Notizen über das hieſige Jeſuitengymnaſium, welche mir, beſonders in der oben genanntenUlistoria domestica, vorliegen, geben keine eigent⸗ liche Geſchichte dieſer Anſtalt, wie die Programme unſerer Tage ¹), ſondern nennen, neben häufiger Erwähnung und Beſprechung der Schauſpiele, welche am Ende des Schuljahres, oder auch bei beſondern Feſtlichkeiten während des⸗ ſelben von den Zöglingen aufgeführt wurden ¹), einerſeits viele Wohlthäter

¹⁶) Im Lehrplan traten ſelten Aenderungen ein, da er von der oberſten Behörde, der Congregatio generalis, geprüft und feſtgeſtellt war.

¹) Der Stoff dieſer, meiſt in lateiniſcher, zuweilen in deutſcher Sprache vorgetragenen Schauſpiele(die im Druck oft nur den Hauptinhalt und den Entwurf des Stückes enthalten, während die Ausführung dem mündlichen Vortrag aufbehalten war) iſt aus der geiſtlichen und weltlichen Geſchichte genommen, oft auch mythologiſch⸗allegoriſchen Inhalts. Auch in proteſtantiſchen Ländern erhielten ſich die geiſtlichen Stücke lange Zeit. Auf allen Schulen in Sachſen und Schleſien ſpielten die Schüler die Stücke von Weiſe.(Heute laſſen wir ſtatt derſelben Declamatiousſtücke verſchiedener Art vortragen.) Siehe weiter Gervinus: Geſchichte der poetiſchen Nationalliteratur 2. A. IV, 360 f. R. C. Prutz: Vorleſungen über die Geſchichte des deutſchen Theaters. Berlin 1847 und meine Geſchichte der drama⸗ tiſchen Poeſie der Deutſchen. Leipzig 1840. 2 Bde. Da dieſer Punct oft höchſt ein⸗ ſeitig beſprochen und beurtheilt worden iſt, ſo erlaube ich mir, die betreffende Vorſchrift nach der Ueberſetzung des Verfaſſers desLehr⸗ und Erziehungsplanes anzuführen:Tragödien und Comödien ſollen an unſern Gymnaſien ſehr ſelten aufgeführt werden. Es ſoll auch keiner das Geſchäft auf ſich nehmen, irgend eine ſceniſche Handlung oder einen Dialog zu compo⸗ nieren, wenn nicht der Superior davon weiß, und es gut geheißen hat, der auch über die Koſten und den Apparat verordnet, was ihm gut dünkt. Es muß aber Alles durchaus la⸗ teiniſch ſeyn, ſo, daß zwiſchen die Acte auch nicht das Geringſte geſetzt werde, was nicht lateiniſch iſt. Auch alsdann, wenn der Fröhlichkeit Raum gegeben werden muß, werde nichts Poſſenhaftes geſagt, nichts aus der Gemeinheit genommen. Das Thun oder die Sitten der⸗ jenigen ſollen nicht getadelt werden, welchen Ehre zu erweiſen geziemt, noch ſollen die in einem Carmen ſchwarz gezeichnet werden, welche zuhören; auch ſoll man ſich gegen das Alter oder gegen gewiſſe Künſte und Inſtitute nicht zu frei herauslaſſen; denn daraus entſtehen häufig ſehr große Aergerniſſe und Beleidigungen. Es ſoll aber weder irgend eine weibliche Perſon, noch ein ſolcher Anzug eingeführt werden. Auch wird nicht zugegeben, daß Dämo⸗ nen, leichtfertige Buben, Säufer und Spieler, oder welche loſe Reden führen, beinahe in einem jeden Acte erſcheinen, ſo auch, daß Tänze und Spectakel hin und herlaufender Schatten

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