terricht und die ſonſtigen Pfarrgeſchäfte im Schloß, in der Stadt Hadamar, in der neuen(1649 katholiſch gewordenen) Pfarrei Obertiefenbach und an andern Orten der Umgegend zu beſorgen hatten; ſo konnte anfangs der Un⸗ terricht nur in zwei Claſſen ertheilt werden, ſo ſehr der Fürſt eine Erwei⸗ terung der Schule wünſchte. Im Jahr 1655 kam die in der Stiftungsur⸗ kunde beſtimmte dritte grammatiſche Claſſe hinzu. Cine weitere Ueber⸗ einkunft vom 16. October 1659 beſtimmte das Eintreten einer vierten Claſſe, der ſo genannten Poetik oder Humanität. Dieſe vier Claſſen wurden jetzt zu zwei Claſſen mit je zwei Abtheilungen verbunden, ſo daß die unterſte und zweitunterſte(inſima et secunda), und die Syntarx und Poetik zuſam⸗ mengeſtoßen wurden. Im Jahr 1664 kam die höchſte Claſſe, die Rhetorik, hinzu. Von nun an werden bis zur Aufhebung der Jeſuiten drei Claſſen mit fünf Abtheilungen aufgeführt: die unterſte umfaßt die infima und secunda, die zweite die Syntar, die dritte die Poetik und Rhetorik. ¹²)
In allen Jeſuitengymnaſien galten, die wenigen durch andere Umſtände bedingten Abweichungen abgerechnet, im Allgemeinen dieſelben Beſtimmungen. Darum mögen hier, einerſeits zum Verſtändniß der Unterrichts⸗ und Er⸗ ziehungsweiſe, andererſeits zur Erläuterung des unten folgenden Lehrerver⸗ zeichniſſes ¹³) einige, ihrem Lehrplan, ſo wie den Hadamarer Programmen von 1770 und 1771 entnommene Sätze mitgetheilt werden. ¹⁴)
Thaler und ein Fuder Lorcher Wein aus ſeinem Keller. Dieſes Gebäude, deſſen obere Räume die Jeſuiten zu Wohnungen, deſſen untere Räume mit der daran ſtoßenden Scheune ſie zu Schulen und einer Kirche einrichteten, ſtand am ſüdlichen Ende der Stadt, in der Richtung der Stadtmauer, hinter dem Hauſe des H. Tripp und reichte bis tief in den Garten und Hof der Directorwohnung.
12) In dem, Anmerk. ¹¹⁴) angeführten, Lehr⸗ und Erziehungsplan lautet die betreffende Stelle in der Ueberſetzung:„die Disciplin der untern Studien pflegt aus fünf Schulen zu beſtehen: aus der Rhetorik nemlich, Humanität und drei Grammaticalclaſſen deren unterſte ſelbſt wieder von uns in zwei Unterclaſſen abgetheilt wird.“
¹²) Der vielfache Wechſel der Lehrer, den jene Tabelle zeigt, beruht zum Theil darauf, daß dieſelben oft von hier nach Siegen und an andere Orten als Lehrer ge⸗ ſchickt wurden. Zur Beſtätigung des Grundſatzes, daß, ſo weit dies moͤglich, ein Lehrer ſeine Schüler durch mehrere Claſſen führen ſolle, vergleiche die Jahre 1669, 1686, 1699, 1702, 1708, 1717, 1718, 1719, 1721, 1728, 1732, 1736, 1737, 1738, 1741, 1748—54, 1757, 1760, 1761, 1763, 1768.
¹4) Vergleiche weiter beſonders: Ratio et institutio studiorum societatis Jesu, aucto- ritate septimae congregationis generalis aucta. Antverpiae 1635. 8. Ratio et via


