2 ſten von Trier und des Abtes von Marienſtadt beſtätigte Stiftung eines Col⸗ legiums konnte jedoch aus Mangel an Fonds ⁹) erſt ſpäter ausgeführt wer⸗ den. Die erſte Stiftungsurkunde iſt vom 12. Februar 1637, die jedoch ſpä⸗ ter, nicht dem Geiſte nach, wol aber nach den darin enthaltenen beſondern Beſtimmungen über Beſitzungen verändert werden mußte. Die neue Stiftungs⸗ urkunde der Jeſuitenreſidenz, die als die eigentliche Stiftungsurkunde für das hieſige Gymnaſium(in Programmen und andern Feſtſchriften auch Aloyſia⸗ niſches Gymnaſium, Aloyſianiſches ¹0) Schulhaus genannt) gelten muß, iſt ausgeſtellt den 3. October 1652 und enthalt u. A. folgende Beſtimmungen: „Ut collegii fructus copiosior in universam provinciam nostram redun- daret, seminarium addendum putavimus, ex quo opportuno tempore pastores idonei dominici gregis educerentur... Quae(fundatoris in- tentio) hoc maxime spectat, ut dicta residentia, ita a nobis ſundata, religiosis et eruditis viris pro quantitate proventuum dictae fundationis instruatur, qui juxta vocationem, institutum et procedendi modum so- cietatis Jesu, in literis apostolicis, nec non in constitutionibus et regu- lis ejusdem societatis expressum, consueta societatis munia et sacras ſunctiones in oppido hoc et tota ditione nostra exercere et tam in eru- dienda in tribus grammatices classibus juventute, quam concionihus, catechesibus, piis exhortationibus habendis, et sacramen- torum administratione, ad docendum et confirmandum populum nobis subjectum, fructuose incumbere et laborare valeant.“
Da in den erſten zehn Jahren nur 4—6 Jeſuiten in dem neuen Col⸗ legium 1¹), unter dem Prior Goswin Nickel waren, die dem Religionsun⸗
*) Es kam bei Beſchaffung der nöthigen Fonds zu Proceßſtreitigkeiten zwiſchen Johann Ludwig und einigen Agnaten ſeines Hauſes. Dieſe Streitigkeiten erhielten durch den Frie⸗ densſchluß zu Münſter ihr Ende. In Folge dieſes Friedens bekamen die Agnaten die in ihren Ländergebieten liegenden Kloſtergüter, und die neue Stiftung konnte ſich bloß über Beſelich und andere Liegenſchaften in Johann Ludwigs Land erſtrecken. Einer tieferen Un⸗ terſuchung und weiteren Erörterung der verwickelten Verhältniſſe ſehen wir in dem oben ge⸗ nannten Werke von J. Wagner entgegen.
¹⁰) Aloyſius von Gonzaga, geb. 9. März 1568, der älteſte Sohn Ferdinands, des gefürſteten Markgrafen von Caſtiglione, trat in Mailand in den Jeſuitenorden und ſtarb als Muſter eines reinen, ſittlichen Jugendlebens, als ſchönes Vorbild ſtudierender Jünglinge, den 20. Juni 1591.—
¹1) Johann Ludwig kaufte ihnen von J. L. von Langenbach, Rath und Amtmann zu Dillenburg, im Jahre 1649 ein„außerhalb der Stadtmauer“ gelegenes Haus für 2,600


