Aufsatz 
Geschichte des Gymnasiums zu Hadamar : 1. Teil
Entstehung
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bei wurden die den Genitiv beſtimmenden Subſtantive häufig weggelaſſen, z. B. St. Gallen, doch haben ſich auch viele erhalten, wie Aue, Bach, Burg, Rod, Weiler u. a. Ein großer Theil der Beſtimmungswörter ſind Manns⸗ namen in vollſtändiger oder verkürzter Geſtalt: der Ort wurde näher bezeich⸗ net, indem die Nachbarn den Namen ſeines Gründers oder Beſitzers beifügten. ³)

Hadamar wird, meines Wiſſens, zum erſten Male erwähnt im Jahr 833(Kremer: Orig. Nass. II. 12), worin König Ludwig der Fromme einen Gütertauſch zwiſchen dem Grafen Gebhard und dem Prieſter Riculf beſtätigt: In pago Loganaha in loco, qui dicitur Habuch, in Hatimero-marca. Andere Anführungen bei Kremer(II, 62. 258) ſind vom Jahr 926 und 1215: Terminalia loca sita ad aquilonarem partem Sulzbach, Hade- mares) cic. Molendinum in superiore Hadamar. Eine Comitia de Hademare wird erwähnt in einer Urkunde vom 29. Auguſt 1247.An⸗ ſprache, dy Sy bit her off Hademar gehabt hont ſteht in einer Urkunde vom 23. Juni 1332. Die Burg zuo Hademar erwähnt eine Urkunde vom 28. März 1337. Die Volksſprache ſagt Harmr, mit halbhörbarem e zwiſchen m und r und einem zwiſchen a und o ſchwebenden Vocal nach H nicht Hemer, wie Bender a. a. O. S. 83 angibt; wenigſtens habe ich in der ganzen Umgegend dieſes Hemer noch nicht gehört.

Dieſer Orts⸗, früher Perſonennamen(wie noch jetzt Hattemer) iſt zu⸗ ſammengeſetzt aus dem(goth. hathus?) althochdeutſch hadu, angelſächſ. héadh 0, altnord. hödr= Streit, Kampf, und dem Adiectiv goth. méris, althochd. maäri, angelſ. maere,, altn. maerr, latein. merus, urſprünglich= lauter, hell, dann berühmt, alſo der Kriegberühmte, ähnlich, wie der Grieche IIoltuαzos, Ioxeuonodr, IIolsuönmzos und andere Perſonennamen hatte. Zum näheren Verſtändniß vergleiche man die Eigennamen Hadu-

²) Vergl. weiter Grimm IV, 874. A. Schott, Stuttgarter Gymnaſialprogramm vom Jahr 1843. J. Bender: die deutſchen Ortsnamen in geographiſcher, hiſtoriſcher und beſonders in ſprachlicher Hinſicht. Siegen 1846 8. und eine kleine Abhandlung von mir über dieBildung des jetzigen Namens Mainz aus der früheren Form in derZeitſchrift des Vereins zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Alterthümer in Mainz I. 1, 17 f.

¹) C. D. Vogel führt dieſe Stelle in ſeinerBeſchreibung des Herzogthums Naſſau. Wiesbaden 1843. 8. nicht an. Vielleicht iſt ihm das hier erwähnte Hademares nicht unſer Hadamar. Die ganze Stelle mit den vielen darin erwähnten Ortsnamen verdient eine nähere Unterſuchung. Eine ſolche wird ihr wol in der von der Akademie der Wiſſen⸗ ſchaften in Berlin angeregtenSammlung der deutſchen Eigennamen bis zum Jahr 1100 und in den Unterſuchungen über Deutſchlands alte Gauverfaſſung.