Jacob Wagner kamen, von deſſen Gefälligkeit ſie der Unterzeichnete zur Be⸗ nutzung erhalten hat. ¹1) Das Gymnaſialarchiv beſitzt keine ältere Acten; Man⸗ ches bewahren dagegen das Centralarchiv zu Idſtein und das Filialarchiv zu Dillenburg ²), beſonders was die Fonds des ehemaligen Jeſuitenkloſters und die des neuen Gymnaſiums(1792) betrifft, eine Sache, die ich aus ver⸗ ſchiedenen Gründen hier faſt ganz übergehen muß.
Da der Name unſerer Stadt mitunter auf wunderliche Weiſe erklärt worden iſt; ſo erlaube ich mir, hier einige Zeilen über Bildung deutſcher Ortsnamen überhaupt, dann über Hadamar im Beſondern einzuſchalten.
Die Ortsnamen in der früheren deutſchen Sprache ſind meiſt als Dative zu faſſen, und zwar mit der Präpoſition 20(zu), im Plural ze den, zu⸗ ſammengezogen zen, z. B. die stat ze Menze, zen Baden. Seitdem ſich aber die Namen verhärtet haben, iſt jenes urſprüngliche Verhältniß ganz ver⸗ geſſen, und wir brauchen, mit Weglaſſung der Präpoſition, alle ſolche Da⸗ tive als Nominative, ſelbſt wenn ſie noch die Form des Dativs haben, z. B. Baden, Sprendlingen(Sprendilingun), Eibingen(Hibingun), Obernhauſen (Overenhüsen), Altenkirchen(Altinchiricha). Auch Genitive gab es, die jetzt gleichfalls Nominativgeltung haben, z. B. St. Gallen(ze sente Gallen hüse), oder die Genitivendung weggeworfen haben, z. B. Hademares. Hier⸗
¹) Es ſind beſonders: Historia domestica societatis Jesu Hadamariae coepta ab anno 1630, qui ejus natalis fuit, fortgeführt bis zum Jahr 1771.— Diarium societatis Jesu Hadamariensis, das mit Januar 1630 beginnt und bis 1668 reicht, wo es mit der Hist. dom. zuſammenfließt.— Vita excell. D. Joh. Ludovici, comitis etc. scripsit J. C. Wiltheim.— Vita et gesta illustr. J. Ludovici, comitis etc. compilata a F. J. Thü- ringer, parocho in Weyer ex mss. rev. patris Theod. Schmal, socictatis Jesu resi- dentiae Hadamariensis sacerdotis.(Dieſe ſämmtlichen Actenſtücke ſind bis jetzt nicht ge⸗ druckt.)— Mehrere Programme, Schauſpiele, Conduitenliſten, Schülerverzeichniſſe, Kata⸗ loge, ſchriftliche Notizen von der Hand des genannten Piſtor.— Im Archiv der hieſigen kathol. Pfarrei befindet ſich u. A. eine nicht unintereſſante eigenhändige Correſpondenz zwi⸗ ſchen den Jeſuiten und dem Fürſten Johann Ludwig während ſeiner Anweſenheit bei den Friedensverhandlungen in Münſter. Von Herrn Pfarrer J. Wagner ſoll demnächſt er⸗ ſcheinen:„die Regentenfamilie von Naſſau⸗Hadamar, oder Geſchichte des Fürſtenthums Ha⸗ damar mit beſonderer Rückſicht auf ſeine Kirchengeſchichte, von den älteſten Zeiten bis auf unſere Tage, nach Urkunden bearbeitet.“ Nach den mitgetheilten Proben wird das Werk durch Reichthum des Inhalts und Lebendigkeit der Darſtellung ſich empfehlen.
*) Für die höchſt bereitwillige Mittheilung dieſer Actenſtücke ſpreche ich meinen Dank bier gerne öffentlich aus.


