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der muͤndlichen Rede hierdurch an bleibender Ausbildung gewinnen? Da⸗ durch, daß auf den gelehrten Vorſchulen dem Geſange eine allgemeine und uneingeſchraͤnkte Theilnahme und Achtung beſtimmt wurde, iſt gewiß auch der Sprache gedient, in ſofern ſie geredet wird.—
Die Uebung und Ausbildung der muͤndlichen Rede werde aber auch von der ſorgfaͤltigſten Pflege, Befeſtigung und Vervollkomm⸗ nung des Leſens auf den gelehrten Vorſchulen begleitet, und aus dieſer engen Verbindung wird ein wohlthaͤtiger Wechſeleinfluß hervortreten. Wie bey dem Sprechen durch die ſelbſtthaͤtige Kraft des Lernenden der Gedanke geſchaffen und der entſprechenden Form anvertraut wird; ſo bringt der Leſe— ſtoff Inhalt und Ausdruck der muͤheloſen Darſtellung durch den vernehm— lichen Laut entgegen. Bewunderungswuͤrdig iſt aber bey dieſer Sprachaͤuße⸗ rung der willige Gehorſam des dienſtbereiten Auges und das kuͤhne Stre— ben der Stimme, dem erſchauten Zeichen den gebuͤhrenden Laut durch kunſt— voll geaͤnderte Wendungen der Sprachorgane hervorzurufen. Doch ent— wickelnd und leitend unterſtuͤtzt hier eine mit Recht geprieſene Methode die menſchliche Natur, daß es ſelbſt einem weit juͤngeren Alter, als die gelehr⸗ ten Vorſchulen anſprechen, dieſe geheimnißvolle Kunſt zu erſtreben gelingt. Leſen lernen iſt aber nicht letzter Zweck; ſondern dieſer iſt: es zu koͤnnen, das heißt, eine ſichere und unvertilgbare Leſe⸗ fertigkeit zu begruͤnden, und was dazu kommen muß, dieſer Fertig⸗ keit eine begleitende Anmuth und einen geiſtvollen, lebendigen Ausdruck zu verleihen. Dieſes iſt eine ſchwere Kunſt, welche nur durch eine weiſe Lei⸗ tung und ſorgfaͤltig fortgeſetzte Uebung und Nacheiferung erlangt wird. Dieſe Anſicht eroͤffnet der gelehrten Vorſchule ein weitausgedehnten, in Zweck und Folgen ſehr wichtigen Uebungskreis, in dieſer Hinſicht der deut⸗ ſchen Sprache Eifer, Liebe und Sorgfalt zu widmen; um ſo mehr, da die Beobachtung ſagt, daß jene leicht erworbene Fertigkeit des Leſens der feſten


