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ren. Jedoch, jugendliche Wohlredenheit?— Ja; ſie ſey die Fertigkeit der in der deutſchen Sprache unterrichteten Jugend in ungekuͤnſtelter, natuͤrli— cher Einfachheit, richtig, beſtimmt, ſchoͤn und angenehm zu reden, entfernt von unverſtaͤndlicher Ziererey und unbeſcheidener Anmaßung.*) Nicht alle einzelne Mittel, welche man ſchon kennt und anwendet, herzuzaͤhlen und zu empfehlen, und neue zu erforſchen und anzurathen, deren Werth erſt durch— Erfahrung ſich bewaͤhren kann, iſt an dieſem Orte Abſicht; einige allgemeine verdienen hier eine ehrenwerthe Erwaͤhnung, um ſo mehr, da ſie auch außerhalb der Wirkſamkeit der oͤffentlichen Schule eine ge— faͤllige und freundſchaftliche Theilnahme anſprechen: es ſind die Uebungen der Declamation und des Geſanges. Der große Einfluß dieſer Ue⸗ bungen auf Ausbildung der muͤndlichen Rede iſt anerkannt und bedarf keiner weiteren Auseinanderſetzung. Die Declamation auf gelehrten Vorſchulen erkenne und verfolge nur ihr einzig wahres Ziel: eine einfache und edle Haltung des Redenden zu foͤrdern, und in dem frey und gemeſſen dahin⸗ fließendem Vortrage die Sprache zu bilden.— Iſt aber an ſich die Sprache ſchon die ſchoͤnſte, lebenreichſte und ſeelenvollſte Muſtk; welche an— genehmere und tiefere Ausbildung wird ihr nun durch die Pflege und Ue⸗ bung des Geſanges? Der Geſang hebt das Gemuͤth in einen freyen Kreis der Empfindung und entfeſſelt den Geiſt zu einer reinen Begeiſterung durch die Anmuth und Harmonie, durch die Fuͤlle und Kraft, durch die Ruͤhrung und das Feuer, welches in dem Tone der Rede zu bezeichnen der Geſang die bildſame Stimme lehrte. Wie, ſollte nun nicht die lebendige Darſtellung
*) Wahr und ſchön äußert ſich Herder im 8. Bde. ſeiner vermiſchten Schriften P. 38. sed.: Der Jüngling ſpreche nur das, was er weiß, dieß aber lerne er ganz ſagen, klar und rund, ohne Scheu, wohlanſtändig und mit Ausdruck.


