Aufsatz 
Über den Unterricht der deutschen Sprache auf öffentlichen gelehrten Vorschulen
Entstehung
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ſeine Nachahmung aufruft, ſeinen Geſchmack gewoͤhnend bildet, und ſeinem Gehoͤr eine feſte und ſcharfe Entſcheidung einfloͤßt uͤber das, was ſich durch Wohlklang empfielt. Es iſt ſchwer und nicht ſogleich lohnend, der gewohn⸗ ten Sprachform eine andere und zwar die beſſere Richtung zu geben; der ſchnell hervorgerufene Gedanke widerſpricht der aͤußern, noch nicht ganz die Seele einnehmenden Regel, und fließt unvermerkt und gewaltſam in die fruͤhere, bekanntere Form uͤber. Denn im lebendigen Ausdrucke der Rede zeigt beſonders die fruͤhe Gewohnheit ihre ſtolze, faſt unbezwingliche Ge walt, vornehmlich wenn die Natur die Sprachorgane weniger guͤnſtig aus⸗ ſtattete. Die Empfindung, von welcher das Gemuͤth maͤchtig durchdrungen, und in wohlbewußter Bewegung gehalten wird; das klar aufgefaßte Bild der Anſchauung, zu einer Vorſtellung erhoben, ein freyes Werk der ſchoͤpfe⸗ riſchen Denk⸗ und Urtheilskraft des Geiſtes; wie ſelten genuͤgt das aus dem gewohnten Sprachſchatze ſchnell hervorſtroͤmende Wort der jugendlichen Rede, in welchem, wie in einem aͤußeren Gewande, dieſe Erzeugniſſe der ver⸗ borgenen Wirkſamkeit der Seele in das Leben treten! Wie wird ferner nicht auf laͤngere Zeit dieſe Gewohnheit genaͤhrt und geſchuͤtzt durch eine eigene, jugendliche Scham und Scheu, im Kreiſe der Genoſſen dadurch nicht ein anderer zu ſeyn, daß die beſſere nnd ſchoͤnere Darſtellung erkannt, ge ſchaͤtzt und in ſorgfaͤltig nachbildender Uebung angeeignet erſcheine. Dieſe Gewohnheit fordert einen feſten Kampf; dieſe Scham und Scheu eine freund lich ernſte Belehrung. Jeder Fehler der Rede, auch der kleinſte, finde weiſe Beachtung und die uͤberzeugende Verbeſſerung bilde den Einzelnen und ſey fuͤr Alle ein warnendes Zeichen. So gefuͤhrt auf dem ſichern Wege des Denkens, hingewieſen auf die ſelbſtzuſchaffende, ſprachgemaͤße Darſtellung des eigenen Gedankens und gewonnen fuͤr das Wahre, Schoͤne und Edle des Ausdrucks wird der Zoͤgling ſelbſtthaͤtig ſeiner Mutterſprache Fleiß, Liebe und Werthſchaͤtzung entgegenbringen und durch Wohlredenheit bewaͤh⸗

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