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pflegten Disciplin.— Oft ſpricht man von dem Geiſte, welcher in einer Anſtalt herrſcht; was kann dieß anders heißen, als: mit welchem gedeihlichen Fortgange wirkt die oͤffentliche Disciplin auf die Bildung des jugendlichen Geiſtes und Herzens? was iſt der Erfolg in dem Leben des Einzelnen, und welcher Einfluß wird in dem Umgange außer der Schule ſichtbar? Wie ſehr aber unterſtuͤtzt, erleichtert, hebt und beſeelt eine im Einzelnen mit dem Gan⸗ zen uͤbereinſtimmende Disciplin den oͤffentlichen Unterricht und Bildung, eine Disciplin, welche das Wiſſen und Handeln der Zoͤglinge durch Gewoͤhnung, Ueberzeugung und Bewußtſeyn vereiniget. Dieſes iſt erwieſen; und zu wuͤnſchen waͤre es, daß dieſe Wahrheit nicht zu lant und oft durch traurige Erfahrungen bewaͤhret wuͤrde. Denn iſt wohl der Zweck der Schule erreicht, wenn nur den materiellen Kenntniſſen alle Sorge, Muͤhe und Anſtrengung gewidmet, aber die innere Bildung durch ſittliche und religioͤſe Veredlung, durch welche der Menſch, in jeder Form ſeines Lebens, ſich ſelbſt und andere, wahrhaft zu wuͤr⸗ digen weiß, zu erziehen, verabſäͤumt wird? Ja, kann wohl einſeitige Verſtan— descultur in den meiſten Faͤllen erzielt werden, wenn die Disciplin aus der ganzen Schule gewichen iſt oder nur einzeln den Unterricht begleitet? Eine ſchwere Obliegenheit des oͤſſentlichen Lehrers iſt es daher, die Disciplin mit Sorgfalt zu pflegen und mit Vorſicht zu bewahren, in Beziehung auf die ganze Anſtalt und auf den Zweck der ihm und den uͤbrigen Lehrern anvertrau⸗ ten Wirkſamkeit und zwar ganz beſonders, in ſo fern jeder einzelne Zoͤgling der oͤffentlichen Schule ein Recht hat, eine disciplinariſche Beachtung ſeiner Individua⸗ litaͤt zu fordern. Wie vermag aber der Lehrer zu wirken, wie er ſoll, wenn ſeinem guten Willen, ſeiner Kraft, ſeinen Kenntniſſen die Disciplin nicht die Liebe und das Zutrauen, die Achtung und das Anſehen verbuͤrgt? Er ſtellt in ſeinem Berufe die Schule dar, und in dieſem Verhaͤltniſſe zu den Zoͤg⸗ lingen weiſet die Disciplin an, was er zu fordern und zu erwarten hat; aber wie er in dieſer oͤffentlichen Form als Menſch auf Menſchen wirkt


