25 und in dieſer Beziehung als Freund, Fuͤhrer und Berather durch Liebe und Ernſt, durch Wahrheit und Gerechtigkeit und eine heitere, jugendliche Lebensanſicht das Gemuͤth ſeiner Zoͤglinge zu ſich hebt und in kindlicher Gegenliebe mit ſich vereinigt, iſt eine beſondere Aufgabe, welche die Disciplin an ſeine Perſoͤnlichkeit ſtellt. Eine Schule, auf welcher die angemeſſene, oͤffentliche Erziehung den Unterricht begleitet, wird ihrer Seite den harten Vorwurf widerlegen, daß unſere Jugend durch das, was man moderne Erziehung neunt, weichlicher, kraftloſer, anſtrebender gegen das Geſetz, uͤberhaupt geiſtig und moraliſch ſchlechter geworden ſey. Hier kann die einzelne Erſcheinung auf einer Schule nicht entſcheiden; denn des Guten iſt doch viel und mehr: am wenigſten darf von dem Einzelnen auf das Ganze geſchloſſen werden. Die Schule vermag oft nicht das zu richten, was verkehrt iſt, und zu discipliniren, was eingewurzelte Verwoͤhnung und Verſchlechte⸗ rung unempfaͤnglich macht.—
Getroſter Muth, maͤnnliche Thatkraft und unverdroſſene Amtstreue verbinde diejenigen zu einer gemeinſamen Wirk⸗ ſamkeit, welche in unſerer Zeit das Vaterland zu Lehrern und Erziehern auf oͤffentlichen Anſtalten erwaͤhlt. Wird das Ziel auch nicht erreicht, doch kann man ihm naͤher ſchreiten.
Ihr aber, Zoͤglinge der hieſigen Auſtalt, erkennt es, mit einer dankbaren Werthſchaͤtzung, einer Schule anzugehoͤren, deren Einrichtung es moͤglich und leicht macht, das Hoͤchſte und Beſte, was dem Menſchen wer⸗ den kann, und was ihm uͤber jeden Wechſel bleibet, Herzensveredlung und Geiſtesbildung zu erſtreben und dem Leben durch Sittlichkeit und Religion die erhabenſte Richtung zu geben. Wuͤrdiget den Standpunct, welchen Ihr, als Genoſſen einer gelehrten Vorſchule, behauptet, dadurch, daß Ihr einen ſichern Grund zu der künftigen Vollendung fuͤr den Lebensberuf, in welchem Ihr dem Vaterlande Euere dankbare Liebe darbringen werdet, aufbauet.
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