Aufsatz 
Die vaterländischen gelehrten Vorschulen
Entstehung
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nennt; und was ſpricht dieſes ſcharfbeſtimmende Wort wohl anders aus, als: ein Entwickeln und Aufrufen, ein luͤckenlos fortſchreitendes Anbauen und eine zu freyer, bewußter Thaͤtigkeit bildende Uebung und Befeſtigung aller Seelen⸗ kräfte, ſo wie es hier auf analytiſchem, dort auf ſynthetiſchem Wege der Cha⸗ rakter der Lehrgegenſtaͤnde fordert und die helfende und leitende Natur bezeich⸗ net, iſt die Aufgabe der Methode.*) Einheit und Ordnung, Klarheit und Vollſtaͤndigkeit ſind die nothwendigen Eigenſchaften dieſer gelehrten Elemen⸗ tarlehrform; ſo daß durch die geweckte, rege Selbſtthaͤtigkeit und durch ein klares, frohes Bewußtſeyn der Zoͤgling ſelbſt jeder Feſſel des Geiſt und Herz beengenden und niederdruͤckenden Mechanismus kuͤhn und gluͤcklich ſich zu entwinden vermag. Nicht ſowohl der große Umfang der gelehrten Ele⸗ mentarbildung, als vielmehr Gruͤndlichkeit und Tiefe der erworbenen Kenntniſſe wird durch eine allgemeine, entſprechende Methode verbuͤrgt. Da durch erhebt ſich der Unterricht uͤber ein zweifelhaftes Verſuchen und gewinnt Feſtigkeit und Uebereinſtimmung der einzelnen Theile zum Ganzen, und der ganze Unterrichtskreis der Anſtalt fuͤr ſich und mit den einzelnen Theilen begruͤn⸗ det dadurch eine innere Einheit, welche durch aͤußere Bande nicht ſo gluͤcklich und dem Zweck nicht in dem Grade foͤrderlich errungen wird. Wohl hoͤrt man: die Form iſt der gemeine, zufaͤllige Theil, die Schale; der Geiſt iſt das We⸗ ſen, belebt und beſeelt allein, uͤber jede gegebene Feſſel erhaben. Aber hier iſt die Form der Lehre auch nur Mittel und zwar ein kraͤftiges Mittel, den Geiſt nicht zu ſchaffen, ſondern in ſeinem freyen Wirken, wie in einem will⸗ kommenen Gewande, ſchuͤtzend, bewahrend und pflegend zu dem win⸗ kenden Ziele zu begleiten. Allerdings fuͤhrt die guͤtige Natur; und an ihrer muͤtterlichen Hand haben die herrlichſten Geiſter der Vorwelt und Mitwelt auf verſchiedenen Wegen und nach der ungleichſten Methode, oft ohne alle

*) Man vergleiche die Herzogliche Schulordnung ſür die Pädagogien p⸗ 108 b. c. e- (³⁷