5
verbeſſerung im Naſſauiſchen Vaterlande die Theilnahme und Hoffnung zu rechtfertigen und zu beleben, welche der Jugendbildung von Allen, welche durch dieſen wichtigen Gegenſtand angezogen werden, in dem Bewußtſeyn des ſegensvollen Einfluſſes derſelben auf den Einzelnen und die Geſammtheit, entgegen gebracht werden.—
Wenden wir uns nun zu den vaterlaͤndiſchen, gelehrten Elemen⸗ tar⸗ oder Vorſchulen, ſo wird die erſte Frage ſeyn, was iſt das Ziel derſelben?— Wenn auch die Unterſuchung uͤber das, was man das Prin⸗ cip, Idee, oder letzten Grundſatz der Erziehung und des Unterrichts nannte, ob der Menſch fuͤr eine ideale oder die wirkliche Welt zu erziehen ſey, noch dauert und dauern wird; ſo iſt doch darin die Unterſuchung einig, daß die allgemeine Bildung und Unterweiſung der beſondern Beziehung vorgehen muͤſſe, und daß es die Aufgabe der verbeſſerten Schule ſey, den zweyfachen Zweck zu vereinigen, und alſo in dem Menſchen auch den kuͤnftigen Buͤrger aufzufaſ⸗ ſen.— Eine allgemeine, und eine dieſer allgemeinen ſich enganſchließende, mit derſelben zu erreichende, gelehrte oder fuͤr den Beruf eines Gelehrten berechnete Vorbildung zu geben, iſt als Zweck der vaterlaͤndiſchen, gelehrten Vorſchulen oder Elementaranſtalten feſtgeſetzt. Dadurch, daß man in voriger Zeit Gelehrſamkeit, oder auch nur einzelne und beſondere Zweige derſelben als letztes Ziel der Schule annahm und mit raſtloſem Eifer verfolgte, tritt der Gegenſatz der gegenwaͤrtigen, verbeſſerten, gelehrten Bildungsanſtal⸗ ten hervor. Wiſſen iſt nicht Zweck, ſondern nur Mittel zum Zweck*): iſt der einzig leitende Grundſatz der vaterlaͤndiſchen, gelehrten Vorſchulen. Nicht ſowohl Unterricht iſt es alſo, was dieſe allgemeine, gelehrte Vorbildung in ſich ſchließt, als vielmehr Entwickelung, Erziehung, Uebung und Befeſtigung aller Anlagen und Kraͤfte, durch welche die menſchliche Wuͤrde ſich offenbart. Und
*) Man vergleiche die Herzogliche Schulordnung für die Pädagogien p. 108 a. b. c.


