— 1———
Leugnen wird es Niemand, daß gerade dieſer Theil des Lehrberufes nicht leicht ſey. Aber, wer die Jugend liebt, und was iſt ein Lehrer und Erzieher ohne Liebe? wer ihre ſchöne Welt erſchaut und vor Allem es erkannt hat, daß nicht die Fülle weitausgebreiteter Kenntniſſe, ſondern die allgemeine, innere Bildung des Geiſtes und Herzens, daß Liebe und feſter Wille zu dem freyen Streben— das Ziel der gelehrten Elementarſchule iſt, der wird gewiß keinen Kraftaufwand ſcheuen und kein Opfer für zu groß halten, wenn er nur— entwickelnd—, anleitend—, begei⸗ ſternd, dieſem Ziele die aufblühende Jugend entgegenführt. Wie ſehr eine öffent⸗ liche Wirkſamkeit nach dieſem Bilde das ganze Privatleben und ſo auch die fortge⸗ ſetzte, häusliche Thätigkeit erhebt und lebendig und frey erhält, zeigt ſich in erfreu— lichen Beyſpielen Einzelner; und wo auch dieſe Beyſpiele nicht ſogleich hervortre— ten, da hat dennoch in vielen Fällen die Liebe das Herz gerührt und eine glückliche Stunde der Zukunft treibt die verhaltene Kraft friſch zu einer umfaſſenden Selbſt⸗ thätigkeit hervor. Wie könnte es anders ſeyn? Die Regſamkeit der jugendlichen Kraft, die Bildſamkeit des jugendlichen Geiſtes, das in Zutrauen und Liebe ſo gern ſich hingebende und mittheilende Herz und das Gemüth der Jugend mit der Fülle ſchöner Hoffnungen und das edle Gefühl erworbener Vorzüge; dieß Alles verbürgt es, daß aus der Schule in das Privatleben Eifer, Liebe und Begeiſte⸗ rung folgt, wodurch der öffentliche Bildungsgang ſegensreich unterſtützt wird. Nicht genug aber, daß für häuslichen Fleiß und Fortbildung die Schule das Erſte und Nothwendigſte gethan hat; nur dann wird die Unterweiſung angewandt, der Kampf beſtanden und die Kraft verſucht; nur dann wird die Liebe und das Feuer, welches aufſchlug, als das lebendige Wort das Gemüth ergriff, das Herz emporhob und die Seele für alles, was ſchön und groß und edel iſt, begeiſterte, fortglühen, wenn zunächſt kein Hinderniß die Kräfte lähmt und das jugendliche Feuer ausliſcht. Wie nöthig es iſt, daß gerade in der erſten Zeit der Gewöhnung zu einer nützlichen, ernſten, fortdauernden Selbſtthätigkeit ſchon alle Hinderniſſe


