Aufsatz 
Über den Privatfleiß der Zöglinge auf öffentlichen gelehrten Schulen
Entstehung
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begründen, als vielmehr die ganze innere Bildung und Erziehung mit aufopfernder Entſagung eines leichten und ſchnellen Gelin gens als Ziel im Auge zu behalten; die öffentliche Schule iſt es, aus welcher die Regel und Vorſchrift für das ganze Privatleben und zunächſt ganz eigentlich für den häuslichen Fleiß der Zöglinge genommen werden ſoll. Und wenn der Zögling nur einmal erkennt, was und wie er wirken ſoll; wie das Wichtige, Schwere und Ernſte zuerſt und ohne Verzug ſeine Kraft und Zeit anſpricht: ſo wird Eine glückliche überwindung der Verwöhnung, der Zaghaftigkeit oder der Trägheit und dann nur Ein frohes Gelingen der erſten Selbſtübung das erwachte Kraftgefühl ſtärken und Stolz und Vertrauen zu ſich und ſeinem Willen wird ihn zu neuen Verſuchen ſpornen und ſeiner Thätigkeit Dauer geben. Aber dieſem häuslichen Wirken Leben und Geiſt einzuhauchen, vermag nur die Liebe in ſeinem Herzen zu einer höheren, wiſſenſchaftlichen Bildung. Das Außere kann ſeine Achtung nur wecken nähren und heben. Und daher iſt gewiß ſchon Vieles gewonnen, wenn ein Gegenſtand vor dem andern das jugendliche Gemüth anzieht und ergreift; wenn die Würde und feſte Haltung der Anſtalt in ihren Geſetzen Ehrfurcht und Ernſt ihren Zöglingen einflößt; wenn der, das ganze, öffentliche Erziehen durchdringende und belebende Gedanke an das Vaterland, ſeine Verdienſte und Hoffnungen mit einer heiligen Rührung die empfänglichen Herzen erfüllt und zu einem männlichen Selbſtgefühl erhebt. Allein die Liebe zu dem Schönen und über alles Gemeine und Vergängliche Erhabenen, die Liebe zu jeder freyen Geiſtesbildung wird allein durch Liebe entzündet, begeiſtert und ins Leben gerufen. In einer wunderbaren Wechſelwirkung begegnen ſich Zöglinge und Lehrer. Das offene, freundſchaftliche Zutrauen des öffentlichen Führers, die Wärme und Rüh⸗ rung ſeines Vortrags, der Ernſt und die Theilnahme, welche er ſeinem Amte widmet, die Begeiſterung ſeines Herzens, welche ſeine Rede beſeelt und aus ſeinen Mienen hervorſtrahlt, wirkt mächtig und unaufhaltſam auf die jugendliche Seele.