dem etwas weiter durchführe, dem Einzelnen und Beſondern das Allgemeine
aufopfern zu dürfen.
Nirgends findet häufiger Selbſttäuſchung ſtatt, als wenn wir ſalbſ unſere Thätigkeit beurtheilen; wir ſind unſers Wirkens ſtolz, verargen das gutmüthige Zurechtweiſen des kalten Beobachters und ertragen leichter ſein zweydeutiges Lächeln. So ergeht es nicht ſelten dem arbeitenden Zöglinge. Alle ſeine freyen Stunden ſind den Arbeiten ohne Wahl hingegeben; von einem Gegenſtand eilt er zu dem andern; das Leichte verzehrt die Kräfte, welche das Schwere erfoderte; über dem Unbedeutenden wird das Wichtige vernachläßigt; die angenehme Beſchäftigung überſättigt ihn, daß das Ernſte ihn abſtößt; die Zeit des Tages wird vertändelt und der Nacht nicht ſelten einige Stunden, um das noch unvollendete Tagwerk zu vollenden, abgedarbt. In dieſer häuslichen Thätigkeit, welche Alles treibt und verſucht, zu der eigener Eifer anſpornt, oder, leider zu oft! äußere Ermun⸗ terungen antreiben, glaubt der Zögling Alles gethan zu haben, niecht bedenkend, daß ſeiner Thätigkeit Ordnung, Regel und Zweck fehlte; wenn auch guter Wille und Mühe zu ehren ſind, und nicht begreifend, daß ſeine Thätigkeit ihn nicht voranhebt. Dieſem mehr ſchädlichen, als förderlichen Privatfleiße die Richtung zu geben zu einer der Zeit und dem Alter gemäßen, nach Beſchaffenheit der Gegen⸗ ſtände geordneten, von einem heitern Eifer begleiteten, der öffentlichen Unterwei⸗ ſung ſich anſchließenden, häuslichen Thätigkeit, kann der Lehrer verſuchen. Dieſe häusliche Thätigkeit iſt eben wahrer Privatfleiß. Denn Fleiß ſchließt eine mit freyem Willen, aus Liebe und Eifer übernommene Mühe und Anſtrengung, weiſe Eintheilung der Zeit und ſtrenge Ordnung der Gegenſtände in ſich; aber der Privatfleiß eines Zöglings öffentlicher, gelehrter Schulen erheiſcht nothwendig ſteten und übereinſtimmenden Bezug auf das öffentliche Streben, ver⸗ bunden mit der Abſicht, das ganze Bildungsgeſchäft der Schule eben durch dieſes häusliche Bemühen zu erleichtern und für die öffentliche Unterweiſung und Erzie⸗


