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abzweigt, so dass in nicht gar grosser Entfernung von Alexandria ein Delta entsteht, so kommen wir auf den sog. bolbitischen Nilarm ¹). Dieser bolbitische Arm entspricht dem Talyfluss, den Ptolemäus a. a. O. erwähnt und der mit dem kanobischen Arm ein Delta bildet, wie ähnliche Landschaften Delta genannt wurden(s. Ptolem. a. a. O.).
Unsere Vermutung ist also die: Die Landschaft zwischen dem kanobischen und bolbitischen Arm wurde in Alexandria wie ähnliche Landstriche Delta genannt, dieses Delta ist in dem Berichte des b. Al. gemeint, der Verfasser aber, der am Kampfe nicht beteiligt und daher auch nicht an- Ort und Stelle war, dem infolge dessen das vorschwebte, was man überhaupt unter Nildelta ver- stand, übertrug gleichzeitig auf das kleine Delta Ausdrücke wie nobilissimus und diversissimo intervallo, die nur dem grossen Delta zukommen.
Mit dieser Erklärung des Delta stehen in gutem Einklang die Ereignisse, die sich dort abspielten. Zunächst ist allerdings das Versäumnis nachzuholen, das der Verfasser des bell. Al. sich hat zu Schulden hommen lassen, nämlich der Weg anzugeben, den bisher Mitbridates von Pelusium aus zurückgelegt hatte. Wie wir weiter unten sehen werden, ging dieser um das ganze Delta herum, überschritt also bei dem heutigen Kairo den Nil und drang auf der linken Seite des Delta nach Nordwesten vor. Betrachten wir nunmebr das, was b. Al. 27, 3—8 und 28, 1— 2 erzählt wird. Mithridates näherte sich, nachdem er andere Gegenden zurückgelegt hatte, dem vom kanobischen und bolbitischen Arm gebildeten Delta. Ptolemäus wollte ihn hindern, den kanobischen Nilarm zu überschreiten und das Delta zu betreten, er schickte deshalb grosse Truppenmassen ab. Der Vortrab konnte den Fluss, d. i. den kanobischen Arm, a Delta, vom Delta aus, überschreiten und den Mithridates noch auf dem linken Ufer des Flusses angreifen, wo dieser sich in einem Lager verschanzt hatte. Mithridates wies den Angriff ab und ging dann selbst vor. Die geschlagenen Alexandriner retteten sich entweder in die ihnen bekannte Umgegend oder auf die Schiffe, mit denen sie über den Fluss gegangen waren. Sobald sie sich mit den nachfolgenden Truppen vereinigt hatten, bestürmten sie wieder den Mithridates. Dieser blieb also noch einstweilen auf dem linken Ufer des kanobischen Nilarmes in seinem festen Lager. Von hier aus benachrichtigte er Cäsar von dem Vorfall, ohne dass die im Delta befindlichen Agypter ihn daran hindern konnten. Wohl gleichzeitig erfuhr auch der König Ptolemäus, was geschehen war. Beide, Cäsar und Ptolemäus, machten sich daher auch fast um dieselbe Zeit auf, der erstere, um Mithridates an sich zu ziehen, der letztere, um ihn zu vernichten. Der König benutzte die schnellere Fahrt auf dem Nil, d. i. auf dem kanobischen Arm(vgl. S. 39). Cäsar folgte ihm nicht auf demselben Weg nach, welchen er aber einschlug, giebt das b. Al. nicht genau an, denn die Worte circumvectus est eo mari, quod Africae partis esse dicitur, sicuti supra demon- stravimus(vgl. 14, 5) erlauben nur den Schluss, dass auch er zu Schiff aufgebrochen und nach Westen zu gefahren ist. Er trat dem Könige früher in den Weg, als dieser den Mithridates angreifen konnte; aus den Worten eum(Mithridatem) ad se victonem incolumi exercitu recepit, von denen victorem sich auf ad se und incolumi exereitu auf das Subjekt bezieht,(vgl. 47, 5), kann man entnehmen, dass Ptolemäus ausser stand war, die Vereinigung des Cäsar mit Mithridates zu verhindern. Wo letztere stattgefunden hat, sagt das b. Al. nicht.
Prüfen wir die Darstellung, die Dio über diese Vorgänge bietet, ebenfalls ganz für sich. Da heisst es 41, 3 nach der Eroberung von Pelusium:(NMé*οιeτεοα) 10 0G Rxö* /i 1ν ϑέεα̈ Joειαν να ν‿νμεᷣ diooxοοd⸗νᷣ τνα mνιακreuν σφνν ενν³ενασςᷣ εει αάi⁵ν να ueydσσo. Die Begegnung mit Dioscorides beruht auf einer Verwechselung(s. Abschn. II).
¹) Vgl. Stoffel, pl. 18.


