Aufsatz 
Caesar in Aegypten (48/47 v. Chr.). Historisch kritische Untersuchung / Heinrich Jung
Entstehung
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sichern, liess in ihrer Nähe(ad pontem) Cäsar ein Kastell anlegen und versah es mit einer Besatzung. Nun griff er die andere Brücke an ¹). Hierbei verfolgte er zwei Ziele: den Brücken- bogen zu verschütten und die Brücke dem Feinde gegenüber zu verschanzen. Das erstere Unter- nehmen gelang, mit dem zweiten hatte man begonnen, als sich ein heftiger Kampf entspann. Die Alexandriner kämpften ex area, quae erat adversus pontem(§ 6). Auch an das Südende des Heptastadiums hat man ein Kastell verlegt ²). Hätte ein solches bestanden, so hätten die Alexandriner doch hauptsächlich von diesem aus die Brücke verteidigt, umgekehrt, Cäsar hätte sich bemühen müssen, dieses die Brücke schützende Kastell zu nehmen, statt dessen befahl er pontem adversus hostem praerallari. Von einem an dem Südende des Dammes bereits bestehenden Kastell ist also nichts zu lesen. Demnach sind auch 21, 5 die Worte Alexandrini eo loco castellam magnis munitionibus mullisgque tormentis confirmarunt zu übersetzen: Die Alexandriner legten an dieser Stelle ein durch grosse Befestigungen und viele Maschinen geschütztes Kastell an.

Dio erwähnt 40, 3 die Eroberung von Pharus mit den Worten s ε ³ν% μ⁴α(⁷ον meεε x rodus&νουνπνναιαςι εν αρ ⁸cvevoer. Da er sich sehr kurz fasst, stellt er den Vorgang so dar, als ob dieser mit dem Seegefecht im Eunostus ein Ereignis gebildet habe. Aus der Kürze der Dar- stellung erklärt sich auch die Angabe, Cäsar habe alle Bewohner der Insel töten lassen. Auch in der Darstellung des weiteren Kampfes zieht Dio die Ereignisse zusammen. Nach dem b. Al. umfasste der Kampf auf Pharus und dem Heptastadium zwei Tage: am ersten Tag nahm Cäsar die Insel und die nördliche Brücke des Dammes, am zweiten(postero die 19, 2) griff er die südliche Brücke an, erlitt aber eine Niederlage. Dagegen schreibt Dio 40, 3: 706 νεε ν ννιο(n. wie die Römer die Phariten niedermachten) of ev z 1jτεον Aiyννττιο edτ εεεςος εντμεεοννσνσσ xuroic(den Phariten). Darnach fiel der Kampf auf Pharus und auf dem Heptastadium auf einen Tag. Dass Cäsar die nördliche Brücke des Dammes schon genommen hatte und die südliche Durchfahrt verschütten wollte, davon erzählt Dio nichts, nach ihm sind die Rgypter vielmehr im Besitze der beiden Brücken(aær εᷣ ςσεροαςσ) geblieben. Auch darin besteht zwischen Dio und dem b. Al. 21, 12, eine Verschiedenheit, dass nach dem letzteren Cäsar sein eben bestiegenes Schiff freiwillig wieder verliess und sich durch Schwimmen in ein anderes rettete, während Dio 40, 4 berichtet: αἀnreνν ⁶νιοννανπωτεᷣ να qð⁴ϊοσοοσ&εσρρνιαεοσνεένιυναεςι ανdς α⁴ο τε τxνdoν ss 1n Sdναςσσσν εεεένιειαονναα Kνσσα.

Lucan X, 534 ff. bietet nichts Besonderes; bald bricht das Werk ab.

Flor. II, 13, p. 100 schreibt: mox(nachdem die alexandrinische Flotte angezündet worden) in paene insulam Pharon subitus evasit(Caesar); inde depulsus in maria mira felicitate ad proximam classem enatavit. Es sind hier zwei Ereignisse mit einander verwechselt worden: die Einnahme des Pharusturmes und der spätere Angriff auf die Insel. Die Erzählung macht infolge- dessen einen Sprung, indem sie alle dazwischen liegenden Ereignisse übergeht. So erklärt sich auch die nicht dem Sachverhalt entsprechende Beziehung des inde auf die Insel Pharus.

Derselbe Fehler, wie bei Florus, liegt bei Orosius vor, denn beide haben ja aus derselben Epitome des Livius geschöpft. Oros. VI, 15, 33 berichtet: Caesar postea(nach dem Flotten- und Bibliotheksbrand) insulam, uhi Pharos est, cepit. eo Achillas cum Gabinianis militibus venit. ingens pugna commissa est: magna ibi Caesarianorum militum multitudo occidit(cf. b. Al. 21, 4. Dio 40, 3). Auch hier springt die Erzählung von dem Bibliotheksbrande sofort zu der doch viel später er- folgten Eroberung der ganzen Insel Pharus über. Durch dieses Hinaufrücken eines späteren Vor-

¹) Die Lesart fortiorem(19, 2) hat ebensowenig Sinn wie certiorem. ²) Stoffel II, 261. Die Einzeichnungen der beiden Forts auf pl. 19 sind ganz willkürlich.