Aufsatz 
Caesar in Aegypten (48/47 v. Chr.). Historisch kritische Untersuchung / Heinrich Jung
Entstehung
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31 geschöpft, ja dass er auch von der mit diesem im Zusammenhang stehenden Sperrung und Wieder- eröffnung des Westhafens bei Livius gelesen hat.

Wir kommen nunmehr zu dem Treffen im Hafen Eunostus. Die Darstellung desselben im bell. Al. 1416 ist ausführlich und eine für die Römer in jeder Beziehung vorteilhafte. Mit der Ruhmredigkeit des Verfassers steht der geringe Erfolg des Kampfes(16, 7) in einem gewissen Widerspruch. Vergleichen wir damit die Erzählung Dios 40, 3: z νονπσασς b ors τoνς Kaĩdæe νμε⁴νς νυeνι τοων νρᷣœτεεν εovras e 10ν Jiεεeναᷣα ᷣνεdsσ επεαενπενασε xuœꝛz σeνα ποda 2œνσσας.... so ergeben sich wesentliche Unterschiede. Nach dem bell. Al. ist das Treffen ein vorausgesehenes, vorbereitetes, von beiden Seiten absichtlich herbeigeführtes:(Alexandrini) prae- sentis temporis necessitati serviehant et in ipso portu confligendum videbant(13, 3); postquam eo venlum est, ut sibi utergue eorum confideret, Caesar Pharon dlasse eircumvehitur adversasque naves hostibus constituit(14, 1). Bei Dio besteht das Treffen in einem plötzlichen Uberfall von- seiten Cäsars. Denn als dieser einmal(rors) wahrnahm, wie die Alexandriner infolge ihres Siegens sorglos waren, fuhr er plötzlich(aιρανι⁵⁶σεοας) in den Hafen hinein. Auch das Ergebnis des Treffens ist verschieden: nach dem bell. Al. 16, 7 werden 1 Fünfruderer und 1 Zweiruderer gekapert, 3 Schiffe(Zweiruderer?) werden in den Grund gebohrt; Dio lässt den Cäsar viele Fahrzeuge ver- brennen. Man könnte glauben, Dio erzähle einen ganz anderen Vorgang. Da dieser Vorgang aber einen Erfolg des Cäsar aufweist, so kann man sich nicht denken, warum er im bell. Al. übergangen worden sein soll. In der zeitlichen Aufeinanderfolge der Ereignisse deckt sich eben das von Dio erzählte Treffen nur mit dem im bell. Al. 1416 geschilderten Kampfe. Möglich ist, dass Dio bei der Kürze seiner Erzählung Fehler begangen hat, sicher aber ist, dass der Ver- fasser des bell. Al. übertreibt..

Um für die Zukunft zu verhüten, dass die alexandrinische Flotte von den Dämmen und den anstossenden Gebäuden aus Deckung erhielt, beschloss Cäsar, sich der Insel Pharus und des Heptastadiums zu bemächtigen. Dass b. c. III, 112, 5 nicht die Insel, sondern nur der Turm Pharus am Eingang in den Osthafen gemeint ist, ist S. 20 zu zeigen versucht worden. Dann verstehen wir auch, dass jetzt erst die Insel selbst erobert werden soll, und vermissen nicht die Erzählung, nach der die angeblich bereits von Cäsar genommene Insel wieder an die Alexandriner verloren gegangen war ¹). Sicherlich kann eine solche Erzühlung nicht in der Lücke b. Al. 12, 1 gestanden haben(vgl. S. 28). Ebenso sicher ist b. Al. 8, 2 unter insula niecht Pharus, wahr- scheinlich aber das Nildelta zu verstehen ²). Aus der Darstellung des bell. Al. 17 21 ³) soll. einzelnes hervorgehoben werden.

19, 1 aedificia diripi iussit ist die Thatsache, dass Cäsar die Insel veröden liess(Strabo XVII, 1, 6), abgeschwächt. Die Worte castellum communivit werden so interpretiert, als ob an dem Nordende des Heptastadiums ein Kastell bereits gestanden habe). Castellum communire bedeutet aberein Kastell anlegen(vgl. b. c. III, 36, 3), nicht aberein bereits bestehendes stärker machen. An der Stelle 19, 12, handelt es sich um die zwei Brücken des Heptastadiums; die nördliche, also Pharus zunächst gelegene, hatten die Phariten verlassen; um sich ihren Besitz zu

¹) Drumann, S. 541. Mommsen, III 7, S. 440.

²) Judeich, S. 87.

³) Vgl. damit Stoffel II, S. 58 62.

) Drumann, S. 542:Cäsar besetzte das Castell an der nördlichen Brücke des Heptastadium: Stoffel II, 60; César tenait Oile tout entière,; compris le castellum, qui si& trouvait. Il le Jit fortifter et mit un détache- ment de garde. S. 265 bezieht Stoffel die Pronomina hune illum(b. Al. 19, 2) richtig auf pontem, in der Dar- stellung des Kampfes aber, S. 60, auf castellum. 1