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Kommen wir zu dem, was sich unmittelbar nach dem Eintreffen der Kleopatra in Alexandria ereignete. Dio 35, 2 erzählt, Cäsar habe den jungen König Ptolemäus zur Aussöhnung mit seiner Schwester zu sich beschieden, als dieser aber Kleopatra im Palaste anwesend gesehen, habe er sich in die Volksmasse gestürzt, Verrat geschrieen und schliesslich sein Diadem von sich geschleudert: er schliesst mit den Worten: 10 ε ν Alyënrεοmν εταᷣᷣωeo. Dieser Aufruhr scheint zu den coneitationes zu gehören, von denen Cäsar c. 106, 5 im allgemeinen berichtet ¹). Einem ernsten Ausgange des Aufruhrs wusste Cäsar vorzubeugen. In einer Volksversammlung verlas er darauf das Testament des Auletes und versprach die Ausführung desselben, Arsinoe und dem jungen Ptolemäus schenkte er obendrein Cypern(Dio 35, 4— 5). Der Schluss dieses Berichtes lautet(35, 6): 1Geν ydo rον sos αποσν σσςν, dνε 1υmz· 16 νονντ ιυ⁴àσ ά ꝙτυό τ Alyuν-rrov 1οσαςρενρν αν œ 1ονν olxsν Q⁸,déνεονς 1τοοσονναάν. Dieser angeblichen Furcht des Cäsar wollen wir noch etwas unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Nach Lucan X, 14 ff. besuchte Cäsar nach dem Betreten Alexandrias vultu semper celante timorem die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Man vergleiche damit Appian II, 89: xœ ττοστ⁴ mμννðsoΤM⅑⏓m P 0.œieνμ⁴μιανννν τιν⁴ἀ dο τνν ³ινυεννινπια τυν̈νς συνανπτιυνν εσοτιααοανρννε, σοmνπνι ε roug evurvyxνονκπτας ⁸εeεμεενεεο, ux τν τdνν eοιιννντοω κα‿dον ασσσν, ud υνν ι⁴οσ—ρσον uerd roõ πωm εœατ οro Ʒ‿ϑεένmαάτ Qἀνις τε dαœꝛ dõσzε dyaνν deοeωηάν—ταάd vo Aleaν⁴εενοπιν piνsro. Damit ist zusammenazustellen, was Frontin strategemat. I, I(¶De occultandis consiliis), 5 als exemplum occultati consilii anführt: C. Caesar, quod suspectam habebat deguptiorum fidem, per speciem securitatis, inspectione urbis atque operum, ac simul licientioribus conviviis de- ditus, videri voluit captum sese gratia locorum, ut ad mores Alexandrinos oitamgue deficeret: atgue inter eam dissimulationem praeparatis subsidiis occupavit Aegyptum. Der Einklang zwischen Appian und Frontin ist nicht zu leugnen. Frontin hat Livius benutzt ²), Lucan auch, doch hat er a. a. O. der livianischen Mitteilung als Dichter ein anderes Gepräge verliehen. Es ist demnach sehr wahrscheinlich, dass bei Appian a. a. O0. livianische Überlieferung vorliegt.
Diese Erzählung des Lucan, Appian und Frontin wie der Vorgang bei Dio 35, 4—6 beweisen, dass Cäsar in seiner Notlage alles that, um eine Gefahr von sich abzuwenden, dass aber nur Livius davon erzählte.
Wir gehen nunmehr zu dem Verhalten über, das die Gegner Cäsars Absichten entgegen- brachten. Da ragt unter den Feinden besonders der königliche Vormund und Minister Pothinus hervor(Caes. b. c. III, 108, 1, Dio XLII, 36, 1, Plut. Pomp. 77). Dass dieser bei Caes. 108, 1 nur über das Schiedsrichteramt Cäsars zu klagen und sich zu beschweren hat, kann nach der Tendenz des Schriftstellers(S. 8) nicht Wunder nehmen. Dio führt 34, 1 unter den Gründen, die den Krieg veranlasst haben, als ersten das Einfordern der Schuld(vgl. S. 8) an und setzt hinzu, die Aegypter hätten es übel empfunden, dass man nicht einmal die Tempel schonte. Diese Notiz muss Dio aus Livius geschöpft haben, denn sie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit
) Prumann, III., S. 535, Anm. 91:„Dio 42, 35 hat hier Einzelheiten, welche teils das Gepräge der Erdichtung tragen, teils auf Verwechselung der Zeiten beruhen“. Ihm folgte Heimbach, S. 25. Doch ist aus dem Inhalt der Erzählung eine Erdichtung nicht zu erkennen, und dass die Zeiten nicht verwechselt sind, beweist schon Caes. b. c. III., 106, 5. Dazu kommt, dass nach Dio 35, 5 Cäsar sagte, es komme ihm als Diktator zu, den Willen des Auletes zu vollziehen. Nach O. E. Schmidt, S. 211, wurde Cäsar etwa Mitte September zu Rom zum Diktator ernannt, er erfuhr es in Alexandria kurz vor dem 25. Oktober. Da er jene Rede bei Dio 35, 4—5 als Diktator hielt, so füllt jener Aufruhr und seine Beschwichtigung gegen das Ende des Oktober, und Judeich, S. 69, dürfte das Wahrschein- liche getroffen haben, wenn er Kleopatras Ankunft in Alexandria auf Ende Oktober verlegt. Vgl. auch Judeich, S. 81, der in Widerspruch damit Cäsars Ernennung zum Diktator, S. 182 ff., auf die Zeit nach Anfang November verlegt.
²) Wachsmuth, S. 229.
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