4 auch an seinem Geburtstage über Mithridates und die Seeräuber triumphierte. In Pomp. 79 muss aber ein Rechenfehler Plutarchs vorliegen, dadurch veranlasst, dass er die Zeitangaben„ein Tag vor“ und„ein Tag nach dem Geburtstag“ mit einander verwechselte ¹).
Appian II, 86 widerspricht nicht der oben gegebenen Datierung. Sein Ausdruck weist eine gewisse Xhnlichkeit mit Plut. Pomp. 73, 1 auf. Eigentümlich für beide Stellen ist die Betrachtung über den Wechsel des Glücks im Leben des Pompeius, wie sie uns auch bei Anhängern der livianischen Tradition(vgl. Vell. Paterc. II, 53) entgegentritt.
Pompeius ist also am 28. September 48 in der Nähe von Pelusium getötet worden. Wann erschien nun Cäsar an der ägyptischen Küste? Liv. ep. CXII(die anderen Angaben sind unbestimmt) lässt auf die Worte Pompeius-occisus est, Cornelia uxor et S. Pompeius filius Cypron refugerunt den Satz folgen: Caesar post tertium diem insecutus, cum ei Theodotus caput Pompei et anulum obtulisset, offensus est et inlacrimavit. Die Worte post tertium diem insecutus können nach dem Zusammenhang nur bedeuten, dass Cäsar 3 Tage später gleich hinterdrein gefolgt war, d. h. 3 Tage später, als Pompeius an Agyptens Küste getötet wurde. Kam Pompeius am 28. September um, so hat sich Cäsar wohl am 2. Oktober gezeigt ²). Dieser hielt aber nicht vor Pelusium, sondern warf auf der Rhede von Alexandria Anker. Zwischen dem 28. September und 2. Oktober konnte die Kunde von der Ermordung des Pompeius nach Alexandria gelangt, konnten Pothinus und Theodotus von Pelusium dorthin geeilt sein.
Der Sieger von Pharsalus betrat nicht sofort das afrikanische Festland, da er merkte, dass die Alexandriner über den Tod des Pompeius in Aufregung waren, vielmehr blieb er vor Anker liegen, bis ihm Kopf und Ring des Pompeius überbracht wurden. So Cass. Dio XLII, 7, 2 und in UÜbereinstimmng mit ihm Lucan. Phars. IX, 1007 ff.
Bei Empfang von Kopf und Ring des erschlagenen Schwiegersohnes hat Cäsar nach einer Reihe von Quellen eine edelmütige Rolle gespielt: er hat Thränen vergossen und sodann das Haupt seines Gegners bestatten lassen. Diese Quellen sind: Dio XLII, S, 1, Lucan. IX, 7035— 1039, 1089 f., Liv. per. CXII, Eutrop, breu. ab urb. cond. VI, 21, 3, Oros. hist. adv. pag. VI, 15, 29, Valerius Maximus fact. et dictor. memorab. V, 1, 70, ¶Aur. Victor.) de viris illustr. 77, 9 ff., Plut. Caes. 48 und Pomp. 80, Appian II, 90. Zwischen den genannten Schriftstellern ist eine grosse UÜbereinstimmung nicht bloss in sachlicher Hinsicht, sondern auch im sprachlichen Ausdruck unverkennbar. Die Perioche des Livius, Eutropius, Orosius und der sogenannte Aurelius Victor bilden bekanntlich eine Gruppe, denn sie beruhen sämtlich auf einer und derselben verloren gegangenen Epitome des Livius ³). Es ist dadurch nicht ausgeschlossen, dass die eine Quelle eine Angabe enthalten kann, die die andere derselben Gruppe nicht bietet. So nennt die Perioche den Namen dessen, der des Pompeius Kopf und Ring überbrachte, Theodotus. Nur noch Aurelius Victor führt einen Namen an, aber bei ihm ist der Uberbringer Achillas, was ganz unmöglich ist. Denn Achillas war und blieb bis auf weiteres in Pelusium als Kommandeur der königlichen Truppen, wie wir unten sehen werden.
¹) Khnliche Vermutung bei Judeich S. 44.
²) Ebenso O. E. Schmidt, Der Briefwechsel des M. Tullius Cicero von s. Proconsulat bis zu Cäsars Ermordung. Leipz. 1893. S. 208. Auch Judeich, S. 59, nimmt den 2. Oktober an, doch bezieht er(S. 58) die Worte post tertium diem insecutus auf den Aufbruch Cäsars von Larisa. Stoffel, Histoire de Jules César. Guerre oivile. II. Paris 1887, S. 430, setzt den 4. Oktober an, was unwahrscheinlich ist.
³) P. Orosii hist. adv. paganos libri VII rec. C. Zangemeister,(corp. script. ecelesiast. lat. vol. VF). Vindob. 1882, p. XXV f. C. Wachsmuth, S. 595. Uber Eutropius vgl. noch Eutropi breviar. ab urb. cond. rec. H. Droysen (Monum. Germ. hist. Auctor. ant. II) Berol. 1879, p. XXXVI f.


